Dienstag, 20. März 2012
ustrarisa: Fortsetzung von "Susi Meier"
Paul und Konstanze sahen sich verwundert an. „Es“ sollte noch nicht da sein? Sie musste doch wissen, dass es mehr als eins waren?! Sie schien nicht wirklich ganz bei Bewusstsein zu sein. Aber da versuchte sie schon wieder etwas zu sagen.
„Wieso ist es schon da? Meine Augen, meine Augen tun so weh. Bin ich in der Klinik?“ Die letzten Worte konnte man schon gar nicht mehr verstehen, sie verlor wieder das Bewusstsein.
„Paul, wir müssen sie unbedingt in eine Klinik bringen. Was ist, wenn ihr etwas passiert und der Junge atmet so komisch. Ich weiß nicht, was ich tun soll!“ Ihre Stimme war angstvoll und ein wenig schrill.
„Halte die Kleinen warm! Was ist, atmen sie alle? Pass bitte darauf auf, denn ich weiß nicht, wie alt die Kinder sind und welche Probleme noch auftreten. Wir müssen hier weg und zwar sofort!“ Er versuchte so ruhig wie möglich zu sprechen, damit sich Konstanze nicht noch mehr Sorgen machte und am Ende wegen der Überforderung vielleicht noch als Hilfe ausfiel. Er machte sich daran, die junge Frau zu untersuchen. Die Plazenta war noch nicht geboren und er nutzte die Zeit, um nach weiteren Verletzungen zu suchen. Sie schien irgendwo Blut zu verlieren, aber er konnte es nicht sehen. Er hatte keinerlei Möglichkeiten, eine Infusion zu legen und musste sehen, dass sie bis zum Morgen durchhielt.
An Schlaf nun nicht mehr zu denken, wo auch, die Neugeborenen lagen in Reih und Glied nebeneinander in seinem Bett, immer eine warme Flasche zwischen sich. Sie versuchten mit ihren kleinen dürren und sehr roten Ärmchen die Handtücher, mit denen sie zugedeckt waren, zu loszuwerden, zumindest sah es danach aus.
„Paul, sie hat nur nach einem Kind gefragt!“ Konstanze sah ihn gespannt an. Er antwirtete nicht darauf. Sie aber war wie unter Strom und versuchte hektisch, die Kinder unter den Handtüchern zu halten.
„Gib mir den Jungen, ich werde ihn seiner Mutter anlegen, damit er etwas Flüssigkeit bekommt und danach das erste Kind!“ Konstanze wickelte das winzige Menschlein separat in das blaue riesige Handtuch und reichte Paul das Kind rüber. Dieser legte ihn sofort an die Brust der schwer verletzten Frau. Er jetzt hatte er bemerkt, dass sich eine Kopfverletzung von der Stirn bis zum Hinterkopf zog. Die Wunde war nicht offen, aber ein riesiges Hämatom machte sich immer deutlicher bemerkbar und ihr Puls war ziemlich hoch. Auch die Bauchdecke war etwas gespannt. Das konnte von der Entbindung kommen, aber wahrscheinlich war es nicht.
„Ich kopple den Wohnwagen erst einmal ab und sehe zu, dass wir doch noch in eine Klinik kommen. Viel Zeit bleibt uns nämlich nicht mehr.“
Er beeilte sich in dem beengten Raum so sehr wie möglich, um die Vorbereitungen zu treffen und Konstanze sah ihn beunruhigt zu. Kurz darauf verschwand er in die Dunkelheit nach draußen und hantierte dort in großer Eile herum. Er schaffte es trotzdes Regens den Wonhnwagen abzukoppeln, obwohl er kaum etwas sah, doch ziemlich schnell und ließ sofort den Motor des Wagens an. Der Regen hatte an Intensität nachgelassen und vielleicht würden sie es schaffen, über diese schlammige Straße fortzukommen. Das GPS funktionierte immer noch nicht und es blieb ihnen keine Wahl, selbst den Weg in die vierzig Meilen entfernte Stadt zu finden. Konstanze holte die fest eingewickelten Kinder. Eine Klappbox, die sie vorher mit Handtüchern ausgekleidet hatte, eignete sich hervorragend für den Transport, denn Kindersitze hatten sie nicht zu Verfügung und das Rumpeln des Jeeps sollte sich nicht zu sehr auf viel zu früh geborenen Säuglinge übertragen. Die Kinder lagen wie kleine Minimumien eingewickelt nebeneinander und schliefen. Alle hatten sie etwas getrunken und waren danach gleich eingeschlafen.
Konstanze buchsierte die Box auf den hinteren Sitz, schnallte ihn umständlich an und federte alles noch mit einem Kissen ab. Sie konnte ja nicht drei Kinder auf einmal im Arm halten, die Mutter war nicht in der Lage dazu und Paul musste fahren.
Am schwierigsten war es, die junge Frau so schonend wie möglich in den Wagen zu bekommen. Sie war ein wenig korpulent und Paul konnte sie kaum allein auf den Armen halten. Konstanze musste wieder mit anfassen und sie ächzten und stöhnten beide, damit sie so unversehrt wie möglich in den Sitz gesetzt werden konnte. Eigentlich hätte sie liegen müssen, aber der Platz reichte dafür nicht aus. Die junge Frau wachte bei all den Aktionen nicht mehr auf, was ziemlich besorgniserregend war.
Wenn die Situation nicht so dramatisch gewesen wäre, hätte man den Anblick komisch finden können. Eine verrückte Lage!
Nachdem sie sie alle sicher in den Wagen verfrachtet hatten, startete Paul den Wagen. Die Räder gruben sich zuerst in den Schlamm und einen Moment lang stand beiden fast das Herz still. Aber nach zwei weiteren Versuchen bekamen sie doch noch Halt und er preschte so schnell es ging davon. Beide waren sie sehr erschöpft und müde, als sie in der Stadt endlich ankamen.
Die Klink war hell erleuchtet und er stieg schnell aus, um in der Notaufnahme Bescheid zu geben. Dann lief alles wie von selbst.





Zweites Kapitel


In der Intensivstation piepten die Apparate gleichmäßig und sehr leise.
Mary lag bewegungslos in dem sterilen Krankenhausbett. Es hatte wahrscheinlich schon viele Patienten gesehen, denn die weiße Farbe war an manchen Stellen dem blanken Metall gewichen und die Sonne spiegelte sich ein wenig darin.
Es sah aus, als würde sie sich ausruhen. Nur der Tropf störte das friedliche Bild. Alle Elektroden zur Überwachung waren verborgen und alles schien weiß und unnatürlich. Neben ihr stand ein kleines Kinderbettchen aus Acryl. Ein rosiges und nun nicht mehr gar so dünnes Kindergesichtchen lugte aus dem rosa Laken und versprühte ein wohliges Leben. Die Ärmchen ruderten wild herum.
Drei Monate waren vergangen und die Mutter der Kleinen war immer noch im Koma. Keiner konnte sich das erklären, aber wahrscheinlich hatte sie durch den Unfall zu viel Blut verloren. Man konnte nur hoffen, dass sich alles wieder normalisierte.
Eine Schwester kam herein und holte den Säugling aus dem Bettchen.
„Na, mein Schatz? Hast du schon wieder Hunger? Sie lächelte ihr zu. Ein lustiges Blitzen aus dem Babygesicht war zu sehen. Die Kleine schien die Schwester zu erkennen.
„Na, dann wollen wir mal!“ Man hatte Maryl trotz ihres Zustandes regelmäßig das Kind angelegt, damit das Kleine eine Überlebenschance bekam und ein Reiz an das Gehirn gesetzt wurde, wieder ins Bewusstsein zurückzukehren. Bis jetzt hatte wenigstens das komplikationslos geklappt. Normalerweise funktionierte das in anderen und vergleichbaren Fällen nicht oder nur sehr kurz. Und mit industrieller Milch war ein Kind immer ein wenig schlechter dran.
Langsam gab man die Hoffnung auf, dass die Mutter wieder aufwachen würde. Die Kopfverletzung war schwer gewesen und nach der Operation konnte niemand genau wissen, ob sie nicht bleibende Schäden zurück behalten würde.
Man hatte, nachdem sie eingeliefert wurde, Recherchen anstellen müssen, damit die junge Frau überhaupt identifiziert werden konnte. Doch nichts ergab sich zu ihren Personalien. Sie schien nirgendwo registriert zu sein und sie wurde auch nicht vermisst. Auch der Mann, der sie im Krankenhaus abgeliefert hatte, konnte nichts zu ihrer Identität sagen und war kurz darauf verschwunden.
Das Kind konnte jedenfalls nicht mehr lange in der Obhut des Krankenhauses bleiben, darauf war die Station nicht eingestellt. Doch niemand wollte den ersten Schritt wagen, das elternlose Baby in ein Heim zu geben und alle zögerten den Schritt unter fadenscheinigen Vorwänden hinaus. Darin waren sich alle stillschweigend einig, selbst der Professor, der sich ziemlich unnahbar für persönliche Dinge gab, nahm sie bei der Visite auf den Arm. Noch war es hier besser aufgehoben. Man dem Kind einen vorläufigen Namen gegeben. Heute sollte die zuständige Jugendbehörde die Kleine abholen. Einen offiziellen Namen hatte sie noch nicht und daher nannten die Schwestern sie „Susi“. Sämtliche kuriose Namen wurden vorgeschlagen, aber die einfachste Version wurde per Abstimmung übernommen. Sie wussten nur von der Anmeldung in der Notaufnahme, dass die Mutter wahrscheinlich eine Deutsche war. Dies hatte der gehetzt wirkende Mann noch gesagt, als er das Rettungsteam um Hilfe bat. Dummerweise hatte sich niemand sein Nummernschild aufgeschrieben und nun war die letzte Möglichkeit, etwas über die Patientin zu erfahren, vertan.
Wenn es eine deutsche Touristin war, musste sie irgendwo gemeldet sein, aber es ergab sich nichts. War es eine Einheimische, wurde sie komischerweise nicht vermisst. Eine schwangere Frau, die nicht vermisst wurde? Es ergab alles keinen Sinn. Daher nannten sie alle das Kind Susi und die Mutter Mrs. Meier. Die meisten Deutschen heißen Meier, nahm man an!
Gerade als Zoé, die Krankenschwester, Susi wieder in ihr Bettchen legen wollte, bewegte sich ihre Mutter. Zoé erstarrte vor Schreck, denn sie knöpfte ihr in dem Moment die Bluse zu.
Maryl öffnete die Augen und schaute verständnislos die für sie fremde Person an, die sich über sie gebeugt hatte. Sie blinzelte und wischte sich langsam über das Gesicht. Ihre Sicht war verschwommen und sie versuchte den Schleier weg zu wischen. Es gelang aber nicht.
„Wo bin ich?“, kam es krächzend aus ihrem Hals. Die Stimmbänder waren wie eingerostet.
Zoé schaute sie verständnislos an. Auf Englisch antwortete sie: „Warten Sie, ich hole den Arzt und dann können wir reden!“ Sie streichelte beruhigend den Arm von Maryl, drehte sich hastig herum und verließ die verdatterte Patientin. Doch kurz darauf kam eine ganze Armada von Schwestern und Ärzten in das Zimmer und alle redeten erst einmal wahllos auf sie ein. Einer versuchte sich gar in einem unverständlichen Deutsch, aber Maryl antwortete auf einwandfreiem Englisch.
„Wo bin ich hier?“ Mehr kam nicht über ihre Lippen.
„ Sie sind in Alice Springs!“, antwortete ruhig der am nächsten stehende Arzt.
„Aber warum bin ich hier?“. Erwartungsvoll schaute sie den Arzt an.
„Sie hatten einen Unfall! Können Sie uns sagen, wie Sie heißen?“ Er nahm sich einen Hocker und setzte sich neben das Bett.
Maryl überlegte. Doch sie erschrak, denn ihr fiel ihr Name nicht ein. Sie kniff die Augen zusammen, aber kein einziger bekannter Name kam ihr in den Sinn.
„Ich weiß es nicht!“, meinte sie ängstlich. „Wieso weiß ich das nicht? Außerdem, was ist denn mit meinen Augen los? Ich sehe alles verschwommen!“ Sie blinzelte wieder und wischte heftig an ihren nun schon roten Augen herum.
Der Professor übernahm das Wort. „Sie hatten mit Sicherheit ein Problem mit den Bufu-Kröten. Wir konnten nicht alles mehr rückgängig machen, die Augen waren zu entzündet und sie kamen spät! Da kann man ihnen aber helfen. Eine gute Brille wird das Schlimmste mildern. Aber haben Sie denn schon ihr Kleines gesehen? Er ging hinüber zu dem Acrylbettchen und hob das strampelnde Würmchen heraus. Seine große weiche Hand strich bedächtig über die kleine, mit blonden Härchen bewachsene Stirn. „Nehmen Sie sie!“
Maryl sah erschrocken auf das Kind neben sich und bewegte sich zuerst nicht. Das sollte ihr Kind sein? Jetzt schon? Sie erinnerte sich an die Schwangerschaft, die sie eigentlich nicht wollte, aber sie wusste nichts von der Geburt.
„Wieso habe ich denn das Kind? Und wie alt ist es denn? Es war doch noch so viel Zeit?“ Sie versuchte sich aufzusetzen und eine der Schwestern half ihr dabei und verstellte das Kopfteil. Langsam und sehr zögernd nahm Mary die Kleine auf. Das Kind begann sofort zu schreien. Es merkte, dass etwas nicht stimmte und der Professor nahm die Kleine wieder von Maryls Bett.
„Machen Sie sich keine Sorgen. Sie sind schon eine ganze Weile ohne Bewusstsein und wir haben das Kind versorgt. Es kennt sie noch nicht. Als Sie hier eingeliefert wurden, war das Kind schon geboren. Können Sie sich an irgendetwas erinnern?
Maryl ließ sich erschöpft in die Kissen fallen. „Ich weiß überhaupt nichts!“
„Wir lassen sie jetzt erst einmal allein!“ Damit verabschiedete sich das Team vorläufig von Maryl. Nur die junge Schwester Zoé nahm die kleine Susi, drückte sie an sich und verließ mit einem Kopfnicken in Richtung des Bettes das Zimmer.
Die Beamte des Jugendamtes wollte sich damit nicht abfinden, umsonst den weiten Weg gekommen zu sein und erwischte Zoé am Arm. „Wir sollten die Kleine trotzdem erst einmal zu einer Pflegefamilie geben, Wer weiß, wann die Mutter in Lage ist, das Kind zu versorgen. Sie weiß ja nicht einmal über sich selbst Bescheid. Der Professor hatte ihr die Lage geschildert und sie war überzeugt, zum Besten des Kindes zu handeln.
„Vergessen Sie es! Das Kind kann die paar Tage noch hier bleiben. Ich denke, dass es besser bei der Mutter aufgehoben ist!“ Es kam sehr rebellisch über ihre Lippen, aber solche Leute konnte sie noch nie leiden. Es war nicht das erste Kind, was sie hier mit einem zynischen Lächeln abgeholt hatte. Die Schwester nahm immer wieder Anteil an den Schicksalen der Frauen, die ihr Kind auf diese Weise verloren. Manche Frauen waren Aborigines und sahen keine andere Perspektive als den Alkohol. Die Kinder hatten so gut wie keine Chance und deswegen kamen schon bei Verdacht sofort in die staatliche Fürsorge und es war schwer, sie da wieder raus zu holen. Zoé hasste diese Situationen. Die verlorenen und verzweifelten Augen der Mütter, die Trauer und sie wusste, dass die Kinder auch in der Fürsorge keine richtige Chance bekamen. Es waren hier zu viele geworden. Sie selbst kam von dort und wusste, was das bedeutete. Diesen kleinen Triumpf wollte sie für sich auskosten, denn alle auf der Station hatten Susi lieb gewonnen. Keiner hatte anfangs nur einen Pfifferling auf das Leben des kleines Mädchens gegeben, aber sie hatte es trotz vieler Niederschläge immer wieder geschafft. Eines Tages, als sie ganz schlimme Reaktionen auf die Medikamente zeigte, schien alles zu Ende zu sein. Der Professor gab die Order, sie in ein separates Zimmer zu legen und sie nicht mehr aus den Augen zu lassen. Er ging davon aus, dass sie die Nacht nicht überleben würde und wollte nicht, dass sie allein einschlief. Zoé war dabei und weinte heimlich in ihr Taschentuch. Susi lag apathisch in ihrem Bettchen und nur das leise Piepsen der Apparate zerriss die unheimliche Stille. Auf einmal aber kam aus dem Bettchen ein kleines Jauchzen. Zoé schien sich verhört zu haben, aber da war es schon wieder. Sie lachte! Susi lachte und hatte die Augen geöffnet.
Zoé rief sofort ihre Kolleginnen herbei und diese glaubten anfangs, dass es nun vorbei wäre. Aber Zoé hielt ihnen das kleine sehr lebendige Bündel vor die Augen und es lachte weiter. Von dieser Zeit an war es das kleine Wunder auf der Kinderstation, obwohl sie dort nicht häufig war..

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ustrarisa: Berlin- Linstower Alltagsspitzen: "Aufgewacht"
Guten Morgen Berlin, guten Morgen Linstow! Draußen kreischen schon im frühmorgendlichen Streit die Vögel und ihre Rivalen. Man kann ja nicht in Ruhe schnarchen, wenn es permanent röhrt und tschilpt und piept und auch noch kauzt! Hier sind sie - trotz Großstadt und seiner Nachteile (und vieler Vorteile) - alle vertreten. Freches Volk!!! Und vor allem sind die lernfähig und ausgebufft! Bei Freunden von mir saß ich nichtsnutzig einmal oder auch zweimal in der Küche herum und sinnierte vor mich hin. Das Fenster war offen, ein angebissenes Croissant auf einem fremden Teller, leider nicht meines (zum Glück!) und draußen der allübliche Konkurrenzkampf der fliegenden Genossenschaften. Auf einmal flatterte es! Meine Unbeweglichkeit erstarrte noch einmal ein wenig mehr und siehe da: Auf dem Rand des leckeren Croissanttellers stand ein ziemlich aufgeplusterter Angeber, braun gefiedert auf zwei streichholzdünnen Stängeln von Beinchen, guckte mich listig und sehr argwöhnisch an, hüpfte einem Flummi gleich hin un her und pickte im 36er Rundschlag gleich mal ein Viertel des Gebäcks weg, obwohl eigentlich nur 10% in seinen Magen gepasst hätten. Ich saß wie angewurzelt und schaute dem dreisten Treiben gespannt zu. So etwas hatte ich ja noch nie erlebt! Der kleine Wicht traute sich, was ich gern getan hätte!!
Unmöglich, er war mir einfach zuvorzugekommen!
Wenn ich recht überlege, hätte ich auch abbeißen können und dann mit vollem Munde dem diebischen Vogel die Schuld zuschieben können! Verdammt, zu spät!
Dann, ein paar Bissen später, flog Kleine schwankendschwergewichtig wieder raus! Schadete ihm gar nichts, wenn man schließlich so verfressen war, dass man kaum noch fleigen konnte!!!!
Kaum war er fort, ich schaute ihm neidisch und dümmlich nach, saß tatsächlich eine dicke Taube auf dem Fenstersims. Sie wollte doch nicht etwa auch.....? Ähm was? Doch bevor sie sich dreisterweise die Reste schnappen konnte, ging schwungvoll die Tür zur Küche auf und meine Freundschaft kam herein, um die Tat nichtwissend zu vereiteln. Ha, zu früh gefreut, Kollege!Beleidigt zog das dicke Viech ab, aber nur ein paar Meter weiter, auf einen Baum gelandet, dessen Ast gleich ziemlich schwankte und schaute einem grässlichen Spanner gleich immer in die Küche....


20.03.2012


Heute war ich dran mit dem Kinderabholen. Ich habe mich dafür entschieden, denn ich kann nicht in ein Fitnessstudio gehen, um dort sinnloserweise und ohne nützlichem Wert zu trainieren. Also nahm ich mir am vergangenen Abend vor, zuerst mit dem Fahrrad die
8 km runter zu reißen, dann mich um den Kleinsten zu kümmern und am Nachmittag die 2km bis zur Kita zu laufen, umd dann den gleichen Weg wieder zurück zu laufen.
Morgens am Kaffeetisch saß ich dann völlig ohne Motivation für eine Fahrradtour. Ich überlegte mir angestrengt, wie ich mich selbst überlisten könne und keins meiner Argumente konnte mein schlechtes Gewissen, was sich parallel meldete, unterdrücken.
Ich fuhr! ach was, ich strampelte verzweifelt gegen die Uhr an, meine Zunge hatte schon fast Bodenkontakt und ich war immer noch zehn Minuten entfernt. Doch auch die anstrengendste Zeit geht einmal vorbei.
Frisch wie nach einen ungeübten Maraton stand ich im Lift. Die Treppe hätte ich wahrscheinlich nicht mehr geschafft!
Der Vormittag verging und langsam auch meine krebsige Röte vom Gesicht. Das Rot war sicher gut für den Teint, hoffte ich.
Am Nachmittag stand ich vor dem gleichen Problem der Motivation. Nun lagen nur 2km vor mir, die ich laufen musste und das mit einen Beutel vpr dien Bauch geschnallt mit einem Kind darin. Ehe ich den Kleinen (10kg) überhaupt in die knifflige Konstruktion buchsiert hatte, dauerte es eine fluchende Weile. Beim Verriegeln der Schnallen musste ich feststellen. dass ich um ein Vielfaches dicker war, als seine Mama. Das auch noch! Es ließ jedoch meine Überlegungen verstummen, doch noch das Auto zu nehmen, zumindest morgen. Verdammt!
Die ersten dünfzig Meter konnte ich nur noch daran denken, dass noch 1950 m folgen würden und es ermutigte mich keineswegs. Der Zeitdruck ließ jedoch keine weiteren Gedanken zu der Strecke zu. Ich lief und irgendwann kam ich auch am Ziel an. Der Kleine hielt sich erstaunlich gut, wo er doch keinen großen Ausblick hatte. Er gab sich mit grunzenden Lauten zufrieden.

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