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Dienstag, 5. Juni 2012
Verkehrsgefährdung
ustrarisa, 16:13h
Schadenfreude ist unmoralisch und auch nur schön, wenn man selbst nicht das Opfer derselben ist. Doch ich kann nicht umhin, mich manchmal dieser Sünde zu ergeben. So wie auch heute endlich einmal, auf meinem täglichen, ziemlich langweiligen Weg auf den überfüllten Straßen von Berlin.
Vor mir fuhr ein Polizeiauto und ich musste mein Fahrverhalten von Renntechnik auf „vorbildlicher Verkehrsteilnehmer“ herunterschrauben. Eigentlich war es eher schon behindernd, in diesem Schleichtempo vorwärts kommen zu wollen, denn ich musste Schnitt 47km/h fahren. Und das in Berlin! Wo jeder grundsätzlich bei Möglichkeit 60 km/h fährt, weil ihn die permanent roten Ampeln überall ausbremsen. In Berlin kann es gut sein, dass ich für 20 km eineinhalb Stunden brauche, die ich für 167 km ins Outback benötige! Schlimm! Hoffentlich sahen die Fahrer der sich hinter mir bildenden Schlange, dass ich nicht schuld war. Berliner Fahrer können böse werden und ich will nicht das Opfer ihrer Wut werden…. Ab und zu fuhr ich ein wenig zur Seite, damit man das Polizeiauto sah und nicht mich verdächtigte, die notorische Schleiche zu sein. Der einzige Vorteil, wenn man genug Zeit zur Verfügung hat, ist, dass man bei diesem langsamen Tempo alles wesentlich genauer beobachten und betrachten kann, fast schon in Gemütlichkeit. Man darf nur keinen Termin haben und schon im Zeitdruck sein, denn dann bringt man seine Zeit damit zu, ins Lenkrad zu beißen!
Ich sah also Geschäfte, die ich noch nicht kannte, obwohl ich jeden Tag vorbeifuhr, Ordnungshüter, die ich kannte und welche wieder auf der Pirsch waren und…. eben die hinter mir herfahrenden Opfer des Schneckentempos. Mein direkter Hintermann bog bei der nächsten Kreuzung ab. Scheinbar hatte er die Schnauze voll. Mein Blick fiel daraufhin sofort auf eine unglaubliche Vorstellung eines sicher nagelneuen kleinen VW-irgendwas hinter mir. So etwas hatte ich noch nicht gesehen und ich bemühte meinen Rückspiegel, um das genauer zu betrachten. Zuerst fielen mir nur die pinkfarbenen LEDs in den Scheinwerfern auf. Pinkfarbene LEDs! Wie ein Lidstrich! Dann die darüber geklebten Kunstwimpern, die Augenbrauen und die Gesamtfarbe des Autos. Es war wie ein Regenbogen und musste eine Sonderanfertigung sein, und, wenn mich nicht alles täuschte, konnten die Augen auch noch klimpern. Zumindest hatte ich fast den Eindruck. Dieses Auto lächelte mit einem echten Gesicht und verführerischen Augen!! Langsam kam es näher und ich konnte erkennen, dass die Fahrerin eine sehr junge Frau war, fast im Alter meiner Töchter und sie war ähnlich auffällig geschminkt wie ihr Auto. So hatte sie das niemals von der Fabrik bekommen, aber es war perfekt nachgerüstet. Eine lebende Karikatur auf der Straße! Und, hatte sich ihr Style dem Auto angepasst oder war es umgekehrt? Das Auto sah unglaublich professionell aus. Und sie wie eine Professionelle!
Aber ich will auch so eins! Ich schminke mich dann aber nicht so!Die Modetrends gehen immer weiter und man passt sich heutzutage wahrscheinlich seinem Auto an oder das Auto muss zur Handtasche oder zum geschminkten Gesicht passen. Naja, jedem Tierchen sein Plesierchen… ich fände es für mich lustig, aber mein Vorruheständler würde sich sicher schämen. Schade!
Ich konnte meine Augen kaum vom Rückspiegel wenden, denn so ein Auto würde ich sicher so schnell nicht wieder sehen, denn es hatte kein Berliner Nummernschild. Es war ein echter "Eyecatcher" (im wahrsten Sinne des Wortes) und eine kleine Auflockerung im schnöden Verkehr. Das fanden auch die Ordnungshüter, die sich mittlerweile auf unserer Höhe befanden, denn auch sie waren auf das seltsame glitzernde und bunte Gefährt samt Fahrerin aufmerksam geworden. Und beide schauten sie hinterher, liefen aber gestikulieren und lachend weiter, bis es dann leider nicht mehr ging. Einer der legalen Straßenräuber der modernen Art wurde jäh in seinem Gang und Aufmerksamkeit böswillig beraubt. Ein Laternenpfahl wich ihm einfach nicht aus Ehrfurcht zur Seite und nun war der Schwung des Schwarzgekleideten so groß, dass er sogar hinfiel und sich schmerzvoll en Kopf rieb. Kino am Morgen! Besonders beliebt sind diese Autoflüsterer ja nicht gerade und er tat mir auch leid, aber ich musste richtig laut lachen und schaute auch weiterhin zurück, damit ich ja nichts verpasse. Das passierte alles während ich weiterhin fuhr und ich passte nicht richtig auf, sodass ich beinahe meinem Vordermann auf die Stoßstange gefahren wäre, weil der gerade bremste. Schreck!!! Nichts passiert!
Ob der gute Orndnugshüter jetzt dem Pfahl ein Knöllchen geschrieben, aus Wut nun noch mehr Autofahrer denunziert oder vielleicht für heute aufgegeben hat, weiß ich leider nicht, wüsste ich aber sicher gern.
Dank dir, Pinklady im gleichen Gefährt, für die schöne Aufmunterung.
Solche Autos müsste man verbieten, sie sind eine Verkehrsgefährdung! ;)))
Vor mir fuhr ein Polizeiauto und ich musste mein Fahrverhalten von Renntechnik auf „vorbildlicher Verkehrsteilnehmer“ herunterschrauben. Eigentlich war es eher schon behindernd, in diesem Schleichtempo vorwärts kommen zu wollen, denn ich musste Schnitt 47km/h fahren. Und das in Berlin! Wo jeder grundsätzlich bei Möglichkeit 60 km/h fährt, weil ihn die permanent roten Ampeln überall ausbremsen. In Berlin kann es gut sein, dass ich für 20 km eineinhalb Stunden brauche, die ich für 167 km ins Outback benötige! Schlimm! Hoffentlich sahen die Fahrer der sich hinter mir bildenden Schlange, dass ich nicht schuld war. Berliner Fahrer können böse werden und ich will nicht das Opfer ihrer Wut werden…. Ab und zu fuhr ich ein wenig zur Seite, damit man das Polizeiauto sah und nicht mich verdächtigte, die notorische Schleiche zu sein. Der einzige Vorteil, wenn man genug Zeit zur Verfügung hat, ist, dass man bei diesem langsamen Tempo alles wesentlich genauer beobachten und betrachten kann, fast schon in Gemütlichkeit. Man darf nur keinen Termin haben und schon im Zeitdruck sein, denn dann bringt man seine Zeit damit zu, ins Lenkrad zu beißen!
Ich sah also Geschäfte, die ich noch nicht kannte, obwohl ich jeden Tag vorbeifuhr, Ordnungshüter, die ich kannte und welche wieder auf der Pirsch waren und…. eben die hinter mir herfahrenden Opfer des Schneckentempos. Mein direkter Hintermann bog bei der nächsten Kreuzung ab. Scheinbar hatte er die Schnauze voll. Mein Blick fiel daraufhin sofort auf eine unglaubliche Vorstellung eines sicher nagelneuen kleinen VW-irgendwas hinter mir. So etwas hatte ich noch nicht gesehen und ich bemühte meinen Rückspiegel, um das genauer zu betrachten. Zuerst fielen mir nur die pinkfarbenen LEDs in den Scheinwerfern auf. Pinkfarbene LEDs! Wie ein Lidstrich! Dann die darüber geklebten Kunstwimpern, die Augenbrauen und die Gesamtfarbe des Autos. Es war wie ein Regenbogen und musste eine Sonderanfertigung sein, und, wenn mich nicht alles täuschte, konnten die Augen auch noch klimpern. Zumindest hatte ich fast den Eindruck. Dieses Auto lächelte mit einem echten Gesicht und verführerischen Augen!! Langsam kam es näher und ich konnte erkennen, dass die Fahrerin eine sehr junge Frau war, fast im Alter meiner Töchter und sie war ähnlich auffällig geschminkt wie ihr Auto. So hatte sie das niemals von der Fabrik bekommen, aber es war perfekt nachgerüstet. Eine lebende Karikatur auf der Straße! Und, hatte sich ihr Style dem Auto angepasst oder war es umgekehrt? Das Auto sah unglaublich professionell aus. Und sie wie eine Professionelle!
Aber ich will auch so eins! Ich schminke mich dann aber nicht so!Die Modetrends gehen immer weiter und man passt sich heutzutage wahrscheinlich seinem Auto an oder das Auto muss zur Handtasche oder zum geschminkten Gesicht passen. Naja, jedem Tierchen sein Plesierchen… ich fände es für mich lustig, aber mein Vorruheständler würde sich sicher schämen. Schade!
Ich konnte meine Augen kaum vom Rückspiegel wenden, denn so ein Auto würde ich sicher so schnell nicht wieder sehen, denn es hatte kein Berliner Nummernschild. Es war ein echter "Eyecatcher" (im wahrsten Sinne des Wortes) und eine kleine Auflockerung im schnöden Verkehr. Das fanden auch die Ordnungshüter, die sich mittlerweile auf unserer Höhe befanden, denn auch sie waren auf das seltsame glitzernde und bunte Gefährt samt Fahrerin aufmerksam geworden. Und beide schauten sie hinterher, liefen aber gestikulieren und lachend weiter, bis es dann leider nicht mehr ging. Einer der legalen Straßenräuber der modernen Art wurde jäh in seinem Gang und Aufmerksamkeit böswillig beraubt. Ein Laternenpfahl wich ihm einfach nicht aus Ehrfurcht zur Seite und nun war der Schwung des Schwarzgekleideten so groß, dass er sogar hinfiel und sich schmerzvoll en Kopf rieb. Kino am Morgen! Besonders beliebt sind diese Autoflüsterer ja nicht gerade und er tat mir auch leid, aber ich musste richtig laut lachen und schaute auch weiterhin zurück, damit ich ja nichts verpasse. Das passierte alles während ich weiterhin fuhr und ich passte nicht richtig auf, sodass ich beinahe meinem Vordermann auf die Stoßstange gefahren wäre, weil der gerade bremste. Schreck!!! Nichts passiert!
Ob der gute Orndnugshüter jetzt dem Pfahl ein Knöllchen geschrieben, aus Wut nun noch mehr Autofahrer denunziert oder vielleicht für heute aufgegeben hat, weiß ich leider nicht, wüsste ich aber sicher gern.
Dank dir, Pinklady im gleichen Gefährt, für die schöne Aufmunterung.
Solche Autos müsste man verbieten, sie sind eine Verkehrsgefährdung! ;)))
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