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Montag, 27. Mai 2013
Haare
ustrarisa, 13:52h
Als ich mein Haar opfern musste, damit sich in mir eine Giftdeponie so richtig ausbreiten konnte, war es mir nicht im Mindesten vorstellbar, mit einem kahlen Kopf durch die Wohnung, geschweige denn durch die Straßen zu laufen. Glücklicherweise war es Januar und ich hätte sowieso nur auf dem Zahnfleisch durch die Gegend kriechen können, daher spielte das keine besondere Rolle. Aber, meine Eitelkeit verbot es mir, mich dem Vorruheständler mehr als zufällig so barhäuptig zu zeigen. Ich setzte mir eine geborgte Perücke einer Freundin meiner Tochter auf, die sie sich beide zum Scherz während des Karnevals und Halloween auf den Kopf geklatscht hatten. Sie sahen zum Schreien aus und ich dann auch. Eine Mütze obendrein rundete das Ganze sehr „harmonisch“ ab.
Es ist schon ein ziemlich komisches Gefühl, als Frau so ganz ohne den eigenen Pelz da zu stehen und ich stolzierte eben immer fremdbedeckt durch die Gegend. Mittlerweile ist es warm und erst recht der Fiffi und schon gar mit Mütze. Man gewöhnt sich langsam aber stetig an sein eigenes verschrobenes Aussehen und zählt jeden Morgen die Minispitzen der Neuankömmlinge. Langsam wird es, aber anfangs waren es mikroskopische Glasnudeln, die man nur im Schminkspiegel mit 1:7facher Vergrößerung sehen konnte. Für mich recht lang, für die Menschheit unsichtbar…. Aber, nun stellt euch vor, sie sind schon einen Zentimeter!! Lang, zwar noch recht farblos, aber trotzdem zeigen sich ein paar dunkle Fädchen dazwischen. Freudig bestürme ich meinen Vorruheständler, sich doch mal die Pracht anzusehen, der das dann auch etwas burschikos tat.
„Hm, tja, wie bei einem Mann! Ringsrum sind sie im Kopfkranz stärker und oben weniger!“
Steht da und wackelt mit seinem ebenfalls weißen Kopp und Tonsur.
„Arrrrghhh!“
„Guck jetzt gefälligst genauer hin, da sind dunkle Haare dabei! Du musst nur richtig genau schaaaaaauuuään!!!, flehe ich ihn mit einem neuen, etwas rauen Ton an. Er tut es widerwillig kopfschüttelnd und meint: „Von hundert vielleicht eins! Und auch eher weiß als blond!“ Sagt es und stolziert wie ein Storch davon.
„Elender!“, krächze ich gekränkt. Ich rufe ihm nicht gerade sehr höflich ein paar Worte hinterher und bedenke ihn außerdem mit der Aufforderung, dass man sich als Blindfisch kein Urteil erlauben darf. DieserOutbackler!!!! Der Gemeinte stolziert zum Gartentor und lässt sich von meinen wohlgemeinten Worten nicht aufhalten.
Und sowas habe ich nun geheiratet! Ach, ich vergaß, dass ich gar nicht verheiratet bin. Das auch noch! Schade, jetzt habe ich nun so einen schönen Scheidungsgrund und kann ihn nicht anwenden!
Die Welt ist nicht immer gerecht!!!
Morgen erzähle ich euch meine Premiere ohne Mütze in der Stadt! Wunderbar!!!!
Es ist schon ein ziemlich komisches Gefühl, als Frau so ganz ohne den eigenen Pelz da zu stehen und ich stolzierte eben immer fremdbedeckt durch die Gegend. Mittlerweile ist es warm und erst recht der Fiffi und schon gar mit Mütze. Man gewöhnt sich langsam aber stetig an sein eigenes verschrobenes Aussehen und zählt jeden Morgen die Minispitzen der Neuankömmlinge. Langsam wird es, aber anfangs waren es mikroskopische Glasnudeln, die man nur im Schminkspiegel mit 1:7facher Vergrößerung sehen konnte. Für mich recht lang, für die Menschheit unsichtbar…. Aber, nun stellt euch vor, sie sind schon einen Zentimeter!! Lang, zwar noch recht farblos, aber trotzdem zeigen sich ein paar dunkle Fädchen dazwischen. Freudig bestürme ich meinen Vorruheständler, sich doch mal die Pracht anzusehen, der das dann auch etwas burschikos tat.
„Hm, tja, wie bei einem Mann! Ringsrum sind sie im Kopfkranz stärker und oben weniger!“
Steht da und wackelt mit seinem ebenfalls weißen Kopp und Tonsur.
„Arrrrghhh!“
„Guck jetzt gefälligst genauer hin, da sind dunkle Haare dabei! Du musst nur richtig genau schaaaaaauuuään!!!, flehe ich ihn mit einem neuen, etwas rauen Ton an. Er tut es widerwillig kopfschüttelnd und meint: „Von hundert vielleicht eins! Und auch eher weiß als blond!“ Sagt es und stolziert wie ein Storch davon.
„Elender!“, krächze ich gekränkt. Ich rufe ihm nicht gerade sehr höflich ein paar Worte hinterher und bedenke ihn außerdem mit der Aufforderung, dass man sich als Blindfisch kein Urteil erlauben darf. DieserOutbackler!!!! Der Gemeinte stolziert zum Gartentor und lässt sich von meinen wohlgemeinten Worten nicht aufhalten.
Und sowas habe ich nun geheiratet! Ach, ich vergaß, dass ich gar nicht verheiratet bin. Das auch noch! Schade, jetzt habe ich nun so einen schönen Scheidungsgrund und kann ihn nicht anwenden!
Die Welt ist nicht immer gerecht!!!
Morgen erzähle ich euch meine Premiere ohne Mütze in der Stadt! Wunderbar!!!!
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Schizophrinie
ustrarisa, 13:51h
Kennt ihr das?
Das geht jetzt an die Adresse meiner Altersgruppe, aber die Jüngeren unter den Lesern dürfen sich das gern merken, wenn ihr Gedächtnis über dreißig Jahre andauert.
Im Spiegel sehe ich eine 50jährige, aber ich sehe sie nur erstaunt an. Ich bin 16 und ich ziehe vor dem klaren, verspiegeltem Glas Grimassen und denke daran, was ich jetzt gerade Abenteuerliches anstellen könnte. Die Fünfzigjährige mahnt mich, ihre Liste abzuarbeiten, welche ellenlang ist und sehr anstrengend, aber wer gewinnt die Oberhand?
Auf dem Herd stehen zwei Pfannen mit kleingeschnittenem Fleisch, welches vor sich hin brutzelt. Die Ältere von uns Beiden sieht sofort die überschrittene Zeit und schwarze Goulashwürfel, aber die Jüngere meint arglos, dass es noch ein kleines Bisschen warten kann. Leider zu lange gewartet, die Zwiebeln in der Pfanne sind schwarz!
„Ich schwöre, ich war nur einen Moment fort!“, zwitschert die 16Jährige überzeugt mit großen Augen ganz und gekonnt unschuldig, Doch die 50jährige ist gnadenlos,
„Du dumme Kuh, was habe ich dir gesagt? Du musst bei der Pfanne bleiben! Bei dir ist Hopfen und Malz verloren !“
Das Kücken wird sauer und verteidigt sich hoffnungslos, „Nur ein ganz kleines Bisschen!“
Es nützt nichts, die Ältere lässt kein Argument bestehen und es besteht ein gleichrangiger Kampf mit demselben Ergebnis.
Schnell noch die rettungswürdigen Reste in den Topf geschmissen und ordentlich Gewürze hinzu. Noch ein wenig von dem und dem und langsam rundet sich der Geschmack zu einer Suppe, die man doch noch durchaus essen kann. Die Fünfzigjährige ist unerbittlich und sauer.
„Du hast es versaut!!!“ , schnarrt sie wütend und dreht sich entsetzt um.
„Du hast überhaupt keine Ahnung, denn es schmeckt ja wunderbar!“, verteidigt sich das Kücken gegen die überzeugenden Vorwürfe.“ Wetten, dass niemand etwas merkt?“, triumphiert sie auf und lacht.
„Du improvisierst nur und es wird irgendwann schief gehen, glaub mir das!“, kontert die Erfahrenere und sieht dabei ziemlich streng aus.
„Du kannst mich mal!“, entgegnet das unerfahrene junge Mädchen und lacht sich eins.
Die Gäste kommen und setzen sich würdevoll auf die schnell hingeworfene Tafel, aber das haben sie ja nicht bemerkt. Erwartendes Lächeln und die Servietten gezückt, wird der vielfach angekündigte Eintopf der besonderen Art aufgetafelt.
Langsam , ohne zu spritzen oder zu kleckern füllen sich die bereitgestellten Suppenschüsseln, das Baguette ist zum Glück nicht verbrannt. Beide, die Fünfzigjährige und das Kücken setzen sich erwartungsvoll, ziemlich gespannt, eine Spur zu ängstlich und beginnen zu löffeln. Der Duft des Eintopfes lässt die Erwartenden ordentlich die Löffel kreisen.
Es ist definitiv zu bitter, ich sag es ja, es ist verbrannt! Entschuldigend wandert ihr Blick zu den Essenden und erwartet die ersten Kritiken. Doch die Löffel klappern in einem gleichmäßigen Rhythmus ohne Kommentar. Die Jüngere löffelt auch hemmungslos, schwatzt gleichzeitig unbedarft und lässt es sich dabei deutlich schmecken.
„Unverschämt!“, bemerkt die Ältere in sich verbissen und kann es kaum fassen.
Ein tafelrundes Lachen ertönt auf ihre dahingeschmissenen Scherze und alles scheint gut.
„Das hat aber gut geschmeckt!“, erklingt es vielfach nach dem Essen und der Topf ist fast leer. War das nun Höflichkeit oder echt gemeint?
Doch die Gäste lehnen sich zufrieden zurück und ein neues Thema wird i
n der Runde eröffnet.
Die beiden Köchinnen schauen sich irgendwie gegenseitig an. Auf wen sollen sie denn nun hören?
Wer ist wer?
Das geht jetzt an die Adresse meiner Altersgruppe, aber die Jüngeren unter den Lesern dürfen sich das gern merken, wenn ihr Gedächtnis über dreißig Jahre andauert.
Im Spiegel sehe ich eine 50jährige, aber ich sehe sie nur erstaunt an. Ich bin 16 und ich ziehe vor dem klaren, verspiegeltem Glas Grimassen und denke daran, was ich jetzt gerade Abenteuerliches anstellen könnte. Die Fünfzigjährige mahnt mich, ihre Liste abzuarbeiten, welche ellenlang ist und sehr anstrengend, aber wer gewinnt die Oberhand?
Auf dem Herd stehen zwei Pfannen mit kleingeschnittenem Fleisch, welches vor sich hin brutzelt. Die Ältere von uns Beiden sieht sofort die überschrittene Zeit und schwarze Goulashwürfel, aber die Jüngere meint arglos, dass es noch ein kleines Bisschen warten kann. Leider zu lange gewartet, die Zwiebeln in der Pfanne sind schwarz!
„Ich schwöre, ich war nur einen Moment fort!“, zwitschert die 16Jährige überzeugt mit großen Augen ganz und gekonnt unschuldig, Doch die 50jährige ist gnadenlos,
„Du dumme Kuh, was habe ich dir gesagt? Du musst bei der Pfanne bleiben! Bei dir ist Hopfen und Malz verloren !“
Das Kücken wird sauer und verteidigt sich hoffnungslos, „Nur ein ganz kleines Bisschen!“
Es nützt nichts, die Ältere lässt kein Argument bestehen und es besteht ein gleichrangiger Kampf mit demselben Ergebnis.
Schnell noch die rettungswürdigen Reste in den Topf geschmissen und ordentlich Gewürze hinzu. Noch ein wenig von dem und dem und langsam rundet sich der Geschmack zu einer Suppe, die man doch noch durchaus essen kann. Die Fünfzigjährige ist unerbittlich und sauer.
„Du hast es versaut!!!“ , schnarrt sie wütend und dreht sich entsetzt um.
„Du hast überhaupt keine Ahnung, denn es schmeckt ja wunderbar!“, verteidigt sich das Kücken gegen die überzeugenden Vorwürfe.“ Wetten, dass niemand etwas merkt?“, triumphiert sie auf und lacht.
„Du improvisierst nur und es wird irgendwann schief gehen, glaub mir das!“, kontert die Erfahrenere und sieht dabei ziemlich streng aus.
„Du kannst mich mal!“, entgegnet das unerfahrene junge Mädchen und lacht sich eins.
Die Gäste kommen und setzen sich würdevoll auf die schnell hingeworfene Tafel, aber das haben sie ja nicht bemerkt. Erwartendes Lächeln und die Servietten gezückt, wird der vielfach angekündigte Eintopf der besonderen Art aufgetafelt.
Langsam , ohne zu spritzen oder zu kleckern füllen sich die bereitgestellten Suppenschüsseln, das Baguette ist zum Glück nicht verbrannt. Beide, die Fünfzigjährige und das Kücken setzen sich erwartungsvoll, ziemlich gespannt, eine Spur zu ängstlich und beginnen zu löffeln. Der Duft des Eintopfes lässt die Erwartenden ordentlich die Löffel kreisen.
Es ist definitiv zu bitter, ich sag es ja, es ist verbrannt! Entschuldigend wandert ihr Blick zu den Essenden und erwartet die ersten Kritiken. Doch die Löffel klappern in einem gleichmäßigen Rhythmus ohne Kommentar. Die Jüngere löffelt auch hemmungslos, schwatzt gleichzeitig unbedarft und lässt es sich dabei deutlich schmecken.
„Unverschämt!“, bemerkt die Ältere in sich verbissen und kann es kaum fassen.
Ein tafelrundes Lachen ertönt auf ihre dahingeschmissenen Scherze und alles scheint gut.
„Das hat aber gut geschmeckt!“, erklingt es vielfach nach dem Essen und der Topf ist fast leer. War das nun Höflichkeit oder echt gemeint?
Doch die Gäste lehnen sich zufrieden zurück und ein neues Thema wird i
n der Runde eröffnet.
Die beiden Köchinnen schauen sich irgendwie gegenseitig an. Auf wen sollen sie denn nun hören?
Wer ist wer?
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Die Generalität ist wieder da
ustrarisa, 13:48h
Die Generalität ist wieder da!
Ich muss sagen, zum Glück! Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich das jemals sagen werde, geschweige denn aufschreibe, aber ich bin froh, dass ich nicht mehr jeden Tag im Zwang stehe, entscheiden zu müssen, was ich als erstes mit meiner Freizeit beginne! Da verkomme ich nämlich! Das fängt schon damit an, dass ich mich morgens beim Aufwachen entscheiden muss, ob ich aufstehe oder nicht oder wann oder im Bett fernsehe oder facebooke! Grässlich! Alles ist schön, aber wem oder was gibt man den Vorrang? Da ich im Moment nicht außerhalb arbeiten kann oder muss, ist da niemand mehr, der ein grimmiges Gesicht zieht und meint, dass das ein Zeitverschwendung ist, so „rumzugammeln“!
Also stehe ich halb auf, weil ich das Kleine der schwarzen Tiersammlung wenigstens vor die Tür lassen muss, damit sie nicht den Teppich als Klo betrachtet. Draußen werde ich vom großen schwarzen Tier sofort umgerannt, weil er neidisch ist, dass er nicht auch noch auf dem Teppich im Wohnzimmer herumlungern darf, sabbernd und tropfend. Er wischt sich seine Lefzen an meinem Nachthemd ab…..hier auf dem Land kann mich keiner sehen….. und ich bin sauer. Das interessiert ihn genau so wenig, wie die morgendliche Kälte, die durch mein dünnes Hemdchen pfeift.
Sofort zurück ins Bett und überlegen, wie es denn weitergehen soll. Es geht erst mal gar nichts und der Vormittag verrinnt. Irgendwann raffe ich mich dann doch noch auf und frühstücke auf einem unaufgeräumten Tisch. Das Essen schmeckt trotzdem erstaunlich gut. Gleichermaßen bemühe ich mich in Facebook um Leser, die das Gleiche empfinden wie ich und finde kaum welche. Durch die Terrasse schauen mich flehentlich die Augen der scharzen Pat und Patterchons an. Ich vertröste sie auf unbestimmte Zeit. Sie tun mir leid, aber es ist einfach zu schwer, meinen Freiheitsimpulsen aus dem Weg zu gehen. Keiner da, der mich mahnt, keiner……
Ich muss natürlich morgens das Radio einschalten, sonst habe ich das Gefühl, auf einem menschenleeren Planeten zu leben. Da bei uns Radio und Fernseher gekoppelt sind, ertönen zuerst die Fernsehnachrichten in Schleife. Nach dem zweiten Durchlauf habe ich genug und schalte nur kurz auf normales Programm. Mein sonstiger Lieblingssender „Klassik Radio“ muss nun schon seit Tagen ohne meine erlauchte Zuhörerschaft auskommen. Es ist einfach zu schwer, die Taste Radio zu drücken…. Im Fernsehwühltisch zappe ich mich durch die Programme und bleibe bei irgendeinem RTL-Mist hängen, weil ich nicht denken muss, denn das ist bei meiner Freiheit momentan sehr anstrengend, und amüsiere mich köstlich über die Leute, die nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen und das Fernsehen als Zeugen dabei haben müssen. Unverständlich!
Nur ein paar Stunden später drängt mich mein erneut aufkeimender Hunger, etwas dagegen zu unternehmen. Ich koche mir irgendwas Gesundes, nichts für die Öffentlichkeit Gedachtes und bin nach dem Essen erst einmal sehr erschöpft. So kann ich keineswegs mit den Tieren eine Waldrunde laufen. Wenn mir da was passieren würde!!! Keiner würde mich nach Stunden vermissen, weil ich noch nichts Weiteres gekocht oder gemeckert habe. Also ruhe ich mich vor meinem eigenen Babysitter ein paar Ründchen aus. Es gibt zu viele und zu schöne Sendungen, als dass man aus eigenen Stücken so einfach abschalten kann. Der kurze Tag neigt sich dem Abend zu und die Vierbeiner haben wahrscheinlich die Hoffnung aufgegeben, doch noch ihre Beinchen wetzen zu dürfen.
Haha! Jetzt gerade erst! Ich schnappe mir mein Handtuch und wage einen kurzen Blick auf das Thermometer. So acht bis zehn Grad sind es zeitweise draußen und für mich reicht das zum Schwimmen im See. Bin ja kein Weichei! Die Waldrunden sind einer kleinen Wiesenrunde gewichen und ich lande am See. Jeden Abend dieser Freiheitswoche schwimme ich eine kleinere oder größere Runde und komme dann völlig zufrieden wieder im alten hundertjährigen Bauernhaus an, bereit, den laufenden Sendungen bis Mitternacht zu folgen.
Meine Vorhaben, das Haus umzukrempeln, mussten den Programmen von Arte und RTL weichen. Ich sollte diese auf Herausgabe meiner wertvollen Zeit verklagen!
Gut, dass ich den ehemaligen Admiral a.D. wieder habe. Ich brauche einfach mein schlechtes Gewissen hier!
Ich muss sagen, zum Glück! Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich das jemals sagen werde, geschweige denn aufschreibe, aber ich bin froh, dass ich nicht mehr jeden Tag im Zwang stehe, entscheiden zu müssen, was ich als erstes mit meiner Freizeit beginne! Da verkomme ich nämlich! Das fängt schon damit an, dass ich mich morgens beim Aufwachen entscheiden muss, ob ich aufstehe oder nicht oder wann oder im Bett fernsehe oder facebooke! Grässlich! Alles ist schön, aber wem oder was gibt man den Vorrang? Da ich im Moment nicht außerhalb arbeiten kann oder muss, ist da niemand mehr, der ein grimmiges Gesicht zieht und meint, dass das ein Zeitverschwendung ist, so „rumzugammeln“!
Also stehe ich halb auf, weil ich das Kleine der schwarzen Tiersammlung wenigstens vor die Tür lassen muss, damit sie nicht den Teppich als Klo betrachtet. Draußen werde ich vom großen schwarzen Tier sofort umgerannt, weil er neidisch ist, dass er nicht auch noch auf dem Teppich im Wohnzimmer herumlungern darf, sabbernd und tropfend. Er wischt sich seine Lefzen an meinem Nachthemd ab…..hier auf dem Land kann mich keiner sehen….. und ich bin sauer. Das interessiert ihn genau so wenig, wie die morgendliche Kälte, die durch mein dünnes Hemdchen pfeift.
Sofort zurück ins Bett und überlegen, wie es denn weitergehen soll. Es geht erst mal gar nichts und der Vormittag verrinnt. Irgendwann raffe ich mich dann doch noch auf und frühstücke auf einem unaufgeräumten Tisch. Das Essen schmeckt trotzdem erstaunlich gut. Gleichermaßen bemühe ich mich in Facebook um Leser, die das Gleiche empfinden wie ich und finde kaum welche. Durch die Terrasse schauen mich flehentlich die Augen der scharzen Pat und Patterchons an. Ich vertröste sie auf unbestimmte Zeit. Sie tun mir leid, aber es ist einfach zu schwer, meinen Freiheitsimpulsen aus dem Weg zu gehen. Keiner da, der mich mahnt, keiner……
Ich muss natürlich morgens das Radio einschalten, sonst habe ich das Gefühl, auf einem menschenleeren Planeten zu leben. Da bei uns Radio und Fernseher gekoppelt sind, ertönen zuerst die Fernsehnachrichten in Schleife. Nach dem zweiten Durchlauf habe ich genug und schalte nur kurz auf normales Programm. Mein sonstiger Lieblingssender „Klassik Radio“ muss nun schon seit Tagen ohne meine erlauchte Zuhörerschaft auskommen. Es ist einfach zu schwer, die Taste Radio zu drücken…. Im Fernsehwühltisch zappe ich mich durch die Programme und bleibe bei irgendeinem RTL-Mist hängen, weil ich nicht denken muss, denn das ist bei meiner Freiheit momentan sehr anstrengend, und amüsiere mich köstlich über die Leute, die nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen und das Fernsehen als Zeugen dabei haben müssen. Unverständlich!
Nur ein paar Stunden später drängt mich mein erneut aufkeimender Hunger, etwas dagegen zu unternehmen. Ich koche mir irgendwas Gesundes, nichts für die Öffentlichkeit Gedachtes und bin nach dem Essen erst einmal sehr erschöpft. So kann ich keineswegs mit den Tieren eine Waldrunde laufen. Wenn mir da was passieren würde!!! Keiner würde mich nach Stunden vermissen, weil ich noch nichts Weiteres gekocht oder gemeckert habe. Also ruhe ich mich vor meinem eigenen Babysitter ein paar Ründchen aus. Es gibt zu viele und zu schöne Sendungen, als dass man aus eigenen Stücken so einfach abschalten kann. Der kurze Tag neigt sich dem Abend zu und die Vierbeiner haben wahrscheinlich die Hoffnung aufgegeben, doch noch ihre Beinchen wetzen zu dürfen.
Haha! Jetzt gerade erst! Ich schnappe mir mein Handtuch und wage einen kurzen Blick auf das Thermometer. So acht bis zehn Grad sind es zeitweise draußen und für mich reicht das zum Schwimmen im See. Bin ja kein Weichei! Die Waldrunden sind einer kleinen Wiesenrunde gewichen und ich lande am See. Jeden Abend dieser Freiheitswoche schwimme ich eine kleinere oder größere Runde und komme dann völlig zufrieden wieder im alten hundertjährigen Bauernhaus an, bereit, den laufenden Sendungen bis Mitternacht zu folgen.
Meine Vorhaben, das Haus umzukrempeln, mussten den Programmen von Arte und RTL weichen. Ich sollte diese auf Herausgabe meiner wertvollen Zeit verklagen!
Gut, dass ich den ehemaligen Admiral a.D. wieder habe. Ich brauche einfach mein schlechtes Gewissen hier!
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