Dienstag, 10. September 2013
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Ich bin heute eine Zeugin geworden. Die Zeugin eines Mordes!! Ich sitze ganz bleich und mit Schweißtropfen auf der Couch, unfähig, mich zu rühren.
Dieser kleine Ort, beschaulich und ruhig, kaum, dass ein Auto sich hierher verirrt, hat das Grauen gesehen! Eine Tragödie und ich...... mittendrin. Wäre ich doch nur in Berlin geblieben! Ich kann es kaum fassen, so geschockt bin ich. Immer noch warte ich hier auf die Befragung durch die Polizei, und sie lassen lange auf sich warten. Aber ich muss mich sowieso erst einmal beruhigen.
Was ist eigentlich geschehen?
Ich saß auf der Couch und trank meinen längst überfälligen Kaffee mit heißem Milchschaum. Da hörte ich es plötzlich leise quietschen, so als würden Sprungfedern wieder zurückschnellen.
Merkwürdig! Ich sehe gar nichts?! Doch das Quietschen wiederholt sich und ich werde unruhig. Meine Augen werden von einem Moment auf den anderen blitzartig riesig und ich bin wie gelähmt!!
Da!!! Groß und mörderisch steht sie vor der kleinen Kreatur und sticht mit den scharfen gottgegebenen Klingen zu, in den Bauch und in den Kopf. Ich habe keinen der Beiden kommen sehen oder gar gehört. Mir stehen die Haare zu Berge! Ein leises Wimmern folgt und ich bin nicht in der Lage, dem Grauen ein Ende zu setzen, denn ich werde mit bitterbösen Blicken bedacht. Die feinen Gesichtszüge der Mörderin, mit ihren zarten und schönen Gliedern an dem schlanken, grazilen Körper, eine natürliche Schönheit, steht wie zum Sprung in die Flucht. Noch ein leises Röcheln folgt, ein klägliches Quitschen und die letzten Zuckungen des Opfers gehen in ein weiches Zusammensacken über. Die zahlreichen Wunden hatten ihr kein Überleben mehr geschenkt, selbst der Notarzt hätte hier nichts mehr tun können!!!
Meine Freundin schaute mich zufrieden an. Ich sprach sie vorsichtig an, aber sie antwortete mir nicht. Ich glaubte, ein Lächeln über ihr Gesicht huschen zu sehen. Sie strich sich seelenruhig die Haare zurecht und wandte sich von mir weiterhin wortlos ab.
Meine Gedanken überschlugen sich! Meine Güte, sie hat das doch nicht nötig gehabt! Wir kennen uns schon ein Jahr und trotzdem bezieht sie mich in ihre böse Tat mit ein. Das hätte ich nicht von ihr gedacht. Aber man täuscht sich oft in seinem Gegenüber! Mord aus niederen Beweggründen, würde ich sagen und ich bin nun ihr Komplize!
Sie schleift ihr Opfer fort und erledigt den Rest. Ich wage es, mich zu bewegen und sie mit den Blicken zu verfolgen, damit ich später bei der Polizei wahrheitsgemäße Angaben machen kann, doch der stechende Blick, der mich trifft, lässt mir das But in den Adern gefrieren. Ich verlasse auf Zehenspitzen den Raum, um den Pensionär zu warnen, aber er will mir nicht glauben und lacht nur einfallslos. Als ich verängstigt und trotzdem voller Mut zurück kam, war das Mordopfer nicht mehr da. Es war fort, wie vom Erdboden verschluckt! Wie sollte ich DAS der Polizei erklären?
„Die spinnt doch, die Alte!“ hätten sie milde lächelnd erwidert und mich wieder fortgeschickt, an den heimischen Herd! Ich kann das aber doch nicht für mich behalten??!!! Deswegen ziehe ich es vor, indirekt euch alle zu informieren, in welchen schrecklichen Gefilden ich leben muss, für immer und niemand wird mich je verstehen. Wahrscheinlich ist das hier so, wenn man jemanden loswerden will……tja….da wird eben mal schnell gemordet.
Leute, die Großstadt ist doch viel sicherer!!!!!
Doch der Alltag kommt unweigerlich und ich muss mich fügen. Und da ich ein sehr prakmatischer Mensch bin, der auch mit diesen Greueltaten zurecht kommt und muss, werde ich versuchen, so vernünftig wie möglich weiter zu leben.
Gerade springt mir die Mörderin auf meinen Schoß und schnurrt mich an. Ihr warmer Körper rollt sich auf meinen Schoß zusammen und ein paar Augenaufschläge später schläft sie auf mir, der Komplizin, ein, gefüllt mit ihrem Opfer, der kleinen Maus und ich streichele sie, damit sie nicht auf die Idee kommt, noch bei mir ein Nachtmahl abzubeißen…..und ich werde schweigen…..

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