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Sonntag, 6. Mai 2012
Katzenwäsche
Ich habe mir heute eine kleine Freiheit gegönnt! Da ich nicht im Outback bin, konnte ich ohne großes, aber dafür kleines schlechtes Gewissen einfach mal im Bett bleiben. Wie wunderbar! Niemand im Haus, der mir wortlos sagt, dass ich unmöglich bin und dies und das zu erledigen hätte. Neben mir im Bett machte sich meine Bequemlichkeit breit, so dass ich selbst kaum noch Platz darin fand.... Sie verbot mir sogar, auf die Toilette zu gehen! Im letzten Moment konnte ich mich gegen sie durchsetzen und erreichte auf dem Weg ins Bad eine Durchschnittsgeschwindigkeit eines Olympiasiegers im Hürdenlauf. Schade, dass das niemand gemessen hat!
Aber bei meinem aufkommenden Hungergefühl hat sie mich dann doch besiegen können und mich genötigt, die neben meinem Bett liegende Tafel Schokolade restlos aufzuessen. Grässlich lecker! Man hüte sich vor der Bequemlichkeit!
Die Schwester derselben ist ja bekanntlich der Fernseher. Neben meinem Bett steht ein gewaltiges Teil und den hatte ich mir eingeschaltet. Wenn „Monk“ läuft, sonntags als Doppelfolge, kann ich leider nicht mehr aufhören zu schauen. Gottseidank gibt es die Werbung, die ich ansonsten verfluchen würde, aber in diesem Fall war es doch ganz günstig, um mir ein wenig Bewegung zu verschaffen. Der Toilettenspurt lag schon eine Weile zurück und ich fing an, meine Knochen zu bemerken. Daher griff ich mir kurzerhand die unschuldigen Katzenbabies, welche in einem Kasten neben meinem Bett schliefen. Ach, was sind die doch allerliebst! So friedlich und flauschig! Dieses friedliche Bild wollte ich direkt in meinem Bett haben, denn es war lästig, die ganze Zeit gebeugt über den Bettrand zu kauern! Ich griff sie mir alle auf einmal und hob sie auf meine Decke. Ihre kleinen Ohren spitzten sich und sie rissen erschrocken die Augen auf. Nachdem sie den ersten Schreck überwunden hatten, miauten sie ganz fürchterlich nach ihrer Mutter. Diese hob nur ihren Kopf, schlich um das Bett, miaute auch, aber tonlos und legte sich wieder zum Schlafen. Das nenne ich Vertrauen! Sie wusste also, dass ich sie nicht aufessen würde! Gute Emma!
Interessant bei meinen Beobachtungen ist immer wieder, dass kleine Kater bei Weitem die ängstlicheren sind als die Missis. Zitternd und schreiend suchen sie ständig nach der Frau, die ihnen das Leben schenkt - und später nach der Frau, der sie Leben schenken können! Und in der ganzen Zeit lag das kleine Mädchen ganz gechillt neben mir und leckte sich ihre Minipfötchen. Fragt sich mal wieder, wer in Wirklichkeit das starke Geschlecht ist!
Aber, so flauschig die kleinen Racker auch aussehen, ihre kleinen Krallen sind doch erheblich schärfer und spitzer als gedacht! Ich ließ sie, nachdem sie sich mit der Situation einigermaßen abgefunden hatten, auf meinen Armen und Bauch herumtapsen und erhoffte mir ein Kuscheltiereffekt. Leider erfüllte sich das nicht so ganz und sie krallten und hakten sich vorsorglich ziemlich grauenvoll in mein Fleisch. Von wohligen Gefühlen war da keine Rede mehr, aber ich war doch zu neugierig, um sie daran zu hindern. Was würden sie tun? Sie schnüffelten und suchten nach ihrer Mama und nach Fressbaren, denn hier und da bissen sie mir mit den kleinen spitzen Zähnchen in die Finger, die sie eigentlich streichelten. Wie undankbar! Wissen die denn nicht mehr, wer ihnen mit auf die Welt geholfen hat? Mein Mund spitzte sich und ich zog die Stirn kraus. Bei den ersten Malen zog ich meine Hände erschreckt zurück. Aha, die kleinen Fellbeutel sind wehrhafter als ich annahm! Aber wirklich weh tat es dann doch nicht. Sie wuselten unter der Bettdecke herum, krallten sich dort in meine Beine und hangelten sich nach unten. Jetzt war ich es, die tonlos schrie! Meine Güte, konnten sie nicht ein bisschen vorsichtiger sein? Wollten sie eben nicht! Wer neugierig ist muss eben leiden!
Nach einiger Zeit fühlten sie sich viel sicherer, ihre Mama sprach im kontrollierendem Vorbeischauen hier und da ein beruhigendes Machtwort zu ihnen. Sie fingen daraufhin an, sich zu balgen. Das muss man gesehen haben! Da geht es richtig zur Sache! Die kleinen Mäuler wurden aufgerissen und ihre spitzen Krallen in den viel zu großen Pfötchen schlugen sich gegenseitig ins Fell, egal ob da gerade ein Auge war oder nicht. Jetzt weiß ich auch, warum die manchmal eins ihrer Augen am nächsten Tag nicht mehr öffnen können, die sind einfach lediert vom Krieg spielen!
Neben und auf meinem nackten Arm hatten sie ihre Kampfarena angelegt und tobten, was das Zeug hielt. An den Schmerz hatte ich mich mittlerweile gewöhnt und viele kleine Kratzspuren zeugen jetzt davon. Wie sehe ich bloß aus? Ich will heute Nachmittag zu einem klassischen Konzert und trage da mein kurzärmliges Kleid! Wer weiß, was die Leute da wohl denken werden!
Endlich, nach einiger Zeit setzte bei den Katzenkindern die Müdigkeit ein und sie ließen sich neben meinem Arm, der ihnen nun schon vertraut war, fallen. Ein kitzelndes machte sich auf meinem Arm überall breit. Drei minikleine Katzenzungen, noch gar nicht rau, fingen an, mich zärtlich zu putzen, ganz so, als würden sie meine Wunden lecken! Ich war ganz gerührt! Wie praktisch, der Arm war nach einer Weile vollständig gewaschen! Das war ja praktisch! Sie müssten nur noch den Rest putzen und schon bräuchte ich keine Morgen- besser Mittagswäsche mehr! Vielleicht sollte ich sie darauf abrichten? Es würde mich Wasser und Anstrengung sparen und eigentlich wäre es sogar biologisch abbaubar. Und sie hätten das Futter verdient, was ich ihrer Mutter täglich spende. Ein Kreislauf der Natur, den ich erfunden habe!! Ich werde das beim nächsten Energiesparprojekt einreichen! Von dem Gewinn kaufe ich mir einen modernen Badetempel! Ja, das mache ich!
In diesem Sinne: Guten Morgen Deutschland, Berlin und Outback von Meck/Pomm!!!!!

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