Dienstag, 21. Mai 2013
Erster Tag der einwöchigen Freiheit: “Frühsport”!
Mein erster Morgenkontakt war 6.00 Uhr und überlegte, was ich denn nun machen solle, aufstehen oder versuchen, doch noch ein Ründchen zu schlafen.
Ich bin aufgestanden! Wie vorbildlich! Ich war mir selbst unheimlich und wartete ein bisschen, ob sich meine Überlegungen bezüglich des Aufstehens doch noch wieder legen würden, aber ich bemerkte nichts.
Also schlich ich vorsichtig ins Bad und machte mich für mich selbst total toll zurecht, was man so in meinem Alter dafür hält.
Auf einmal zwitscherte es! Hallo, ich musste es gut hinbekommen haben, denn die Engel sangen schon, wie interessant!
In dem Moment dieser schönen Gedanken wurde ich noch einmal recht wirklich von dem Gezwitscher gestreift! Upps, wusch, um mich herum flatterte etwas ganz aufgeregt.
Was war das? Eine Fledermaus zu dieser Zeit? Nein, obwohl, hatte wir schon! Aber nein, es war eine junge und bildhübsche Schwalbe! Ich sag jetzt der Einfachheit halber Schwalbe, es hätte auch ein Kuckuck oder ein Fasan sein können, so genau kenne ich man doch nicht aus. Jedenfalls hatte sie rote Bäckchen. Sie setzte sich vor Panik auf die Duschstange, hatte den Schnabel offen, atmete ganz wild und sah mich mit Entsetzen an. Da zog sie es doch lieber wieder vor, sinnlos herumzuflattern und mich zu verwirren. Dabei entdeckte sie das Dachfenster, zischte wie ein geölter Pfeil dorthin und versuchte verzweifelt flatternd durch das trübe Glas zu kommen. Tja, da solltest du dir eine Brille anschaffen! Das Fenster ist zu! Sie wollte sich aber mit mir nicht befreunden und wurde immer hysterischer.
Okay, in Wirklichkeit bin ich ein guter Mensch und daher wollte ich ihr die Freiheit geben, die ich heute auch zu genießen dachte. Ich kraxelte also auf den gebrechlichen Badestuhl, was echt ein Abenteuer durch mein neues, lieber unbeschreibbares Gewicht zu werden drohte, und versuchte die Konstruktion zu öffnen. Mit einer Hand hielt ich mich an einem wackeligen Regal fest und mit der anderen ruckelte ich am Hebel, der zu klemmen schien. Um mich herum das Täubchen und nahm mir beinahe die Sicht. Es gelang aber doch nach einigem Hin und Her und ich rief der wütend schimpfenden Krähe zu, dass sie nicht länger mein Kumpan sein müsse. Doch diese lachte scheinbar bloß, drehte sich im Fluge noch einmal hämisch um und verschwand aus dem Fenster, in das sie geflogen war. Unverschämtes Vieh!
Frühsport war damit erledigt!
Den Rest des Tages habe ich ferngesehen und gemampft, nachdem ich noch einmal für zweieinhalb Stunden ins Bett gegangen bin.
Ach ja, schwimmen war ich bei den 17 °C Außentemperatur doch noch…..

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