Samstag, 8. September 2012
Wochenendausflug
Wer denkt, dass man auf einem ziemlich großen See mit einem gemieteten Motorboot über Stunden hinweg nur geradeaus gucken kann und dabei fast zu erfrieren droht, der täuscht sich echt. Zwar ist der schönste See irgendwann nur noch ein welliges Wasser, was einfach nicht aufhört, die Uferlinien gleichen sich schon nach zehn Minuten grandios und die seelische Erholung des Anblicks wird auf standby g
estellt ,weil sie irgendwie immer gerade und grün bebaumt sind. Aber da beginnt das Abenteuer! Weder Kajüte noch Windfang oder -schutz gehören zu den Annehmlichkeiten dieser samstäglichen Wassertour auf einem kleinen Boot, aber auch keine Toilette! Da kann eine halbe Tasse Kaffee am Morgen für so einige Passagierinnen zum Alptraum werden, denn wohin mit der teuren Flüssigkeit? Wer dann die Einsamkeit beklagt hat,wird erkennen, wie viele sich wahnsinnig gern dem Wind und Wasser aussetzen und vielleicht Bootsführer dabei haben, die gern theatralisch mit belehrendem Unterton jede einzelne Boje näher erklären wollen und müssen, damit man nicht nur stumpfsinnig auf das Anlegen in grauer Ferne wartet. Ich kann die Dinger zwar immer noch nicht auseinanderhalten, bemerke aber mittlerweile hier und da einen Farbunterschied der Wasserabgrenzungen.
D.h., man ist auf der riesigen Badewanne mit seeeeehr viel Wasser nicht allein und ein Klo nicht in Sicht. Man könnte ins Wasser springen und es da laufen lassen,wenn es nicht so kalt wäre, dass man klare Vorstellungen von Winterbekleidungen entwickelt, die man hätte anziehen müssen. Einfach aussteigen geht somit nicht und mal schnell anlegen ist ja verboten. Tun zwar ganz schön viele, aber wir gehören zu den Passagieren, deren Kapitän wahrscheinlich heimlich vor der Törn kurz die gesamte Gesetzeslage durchgelesen hat und uns diese sofort ziemlich laut zitiert. Wir ducken uns wütig ergriffen vor dem gnadenlosen Vortrag und lassen das lockende Land an uns vorbeiziehen. Man fühlt sich wie Ozeanreisende, die monatelang schon kein Land mehr gesehen haben und nun das endlich gesichtete nicht betreten dürfen. Und die Blase wird immer größer und droht das Boot zu besudeln. Die Verzweiflung steigt und proportionald sinkt die Hemmschwelle, Dinge zu tun, die man vorher laut belacht hätte. Unser Blick schweift über die dreieinhalb Quadratmeter Fiberglas und sucht nach Improvisationsmöglichkeiten. Nach vielen grauenvollen Vorschlägen sehen wir auf einmal hinter dem Kapitän eine nicht besonders große Klappe zum Innenraum eines Innenbordmotors. Sie wird sofort aufgerissen und darin befindet sich Gottseis gedankt nur ein Benzinkanister und Kleinkram. Der ist schnell rausgeräumt, dann noch das letzte Brot gegessen und mit der leeren Tüte in der Hand verschwindet man in dem einzigen Raum, den so ein Boot überhaupt bietet. Handtuch drüber und die gebeutelte Blase füllt eine Ikeatüte zum Bersten. Geschafft, getan und glücklich!!!!! Beutel lassen sich gut transportieren und einen See noch voller werden.....Jaja, natürlich bleibt das unter uns und ist niemals geschehen! Versprochen! ;)))))

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Mittwoch, 1. August 2012
Portemonnaie
Gestern war ich in den Reihen der graugesichtigen und der Kraft entzogenen Menschen. Es passiert mir nicht häufig, dafür ist es umso heftiger.
Der Tag begann, wie der Abend davor endete. Mein Portemonnaie war nicht da und mir zog es bei dem Gedanken den Magen zusammen. Die Hoffnung, es wiederzufinden war noch ziemlich groß, denn ich hatte es vor dem Autotausch noch gehabt. Aber auch nach der Kontrolle beider Autos blieb es verschwunden. Ich wollte die bevorstehende Katastrophe nicht wahrhaben und bastelte mir phantasievoll verschiedene Hoffnungsschimmer zusammen. Ohne mein Portemonnaie? Das konnte einfach nicht sein und gehen! Ich hatte noch nie eines verloren, zum Glück!
Meine Identität, meine Geschichte und mein Geld konnten einfach nicht fort sein. Allein die Anschaffung aller Papiere, die ich natürlich entgegen aller besserwissenden Ratschläge in dem ledernen Täschchen gesammelt und mit mir herumtrage, würde ziemlich teuer, langwierig und nervig werden. Das Geld dafür würde ich mir aus den Rippen schneiden müssen, angesichts des in diesem Jahr vorangegangenen Autodiebstahls.
Ich war so verzweifelt, dass ich mich auf nichts mehr konzentrieren konnte. Das alltägliche Geschehen übernahm mein kleiner innerer Automat. Jede weitere Nervenfaser war damit beschäftigt, meine Angst vor dem Verlust kleinzuhalten.
Doch es blieb verschwunden und meine Laune, Hoffnung und Phantasie schwand wie das Eis in der Sonne. Zurück blieb nur eine hässliche Verzweiflung, die mich ganz und gar eingenahm.
Ausgerechnet an diesem Tag musste ich meine Wohnung an die Hausverwaltung übergeben, obwohl wir noch lange nicht fertig waren. Das kam erschwerend hinzu. Diese Verwaltung trägt leider das Schild der rachsüchtigen Ungnädigen vor sich grinsend her. Tja, selbst schuld, wenn sie hier eingezogen sind, nicht wahr, Herr Mieter?? Dies Angst seit einem Monat bedrückte mich an diesem Tag ohnehin unerträglich.
Dafür sah ich zum ersten Mal meine Kinder gemeinsam und ohne Streitereien die immer leerer werdende Wohnung renovieren und das musste sofort auf der Kamera festgehalten werden, denn dies würde sicher so schnell nicht wieder passieren. Nur ein kurzer Moment der Ablenkung und Freude, dann stiefelte ich vollbeladen mit dem Restmüll meiner Wohngeschichte des Hauses Richtung Mülltonne, wieder in Gedanken an mein verlorenes Portemonnaie.
„Lieber Gott, wenn es dich irgendwie geben sollte, dann lass es bitte wieder vom Himmel fallen!“ Ich betete diesen Satz wie ein Mantra hilflos einem kleinem Kind gleich wieder und wieder. Es kann doch einfach nicht sein, dass es weg ist! Es darf nicht sein. Ich wollteja so gern glauben können wie ein Kind, obwohl ich es doch besser wissen musste. Dazu kam, dass ich meinen Vorruheständler gnaden- und emotionslos meckern hörte: „ Tja, wenn man nicht aufpasst!“ und „Es kann wohl sein, was nicht sein darf…!“ Sobald er diesen Satz auch nur aussprechen würde, müsste ich ihn eliminieren! Diese Binsenweißheit hatte er bei jeder Gelegen- und Ungelegenheit parat, egal wie groß der Schaden an einem selbst schon war. Als ob das meiner gebeutelten Seele auch nur ein Stück zu Trost verhelfen würde!
Ich war fast schon mit meinen Gedanken und dem Restmüll an der Tonne angelangt, kam mir ein etwas älterer Mann mit nicht besonders vorteilhafter Figur und Bekleidung entgegen. Er sah mich während des Laufens interessiert an, ja er lenkte sogar seine Schritte auf mich zu. Dabei wedelte er mit der einen Hand und hielt darin etwas Schwarzes. Etwas Schwarzes!!!! Mein Gehirn machte einen Aussetzer und Sprung zugleich. Sollte das etwa…?????
„Ich habe ihr Portemonnaie!“ , schrie er und schon war er auf meiner Höhe. Vor mir hielt er mein Portemonnaie! Das prall gefüllte und heiß ersehnte kleine Täschchen! Mein Portemonnaie!
Es gibt sie also doch, die Erfüllung von Gebeten! Sollte es nur Zufall gewesen sein, ist es mir auch egal. Für mich bleibt es ein Wunder, dass in der heutigen Zeit ein Mensch mein Portemonnaie ohne Eigennutz an mich zurückgegeben hat. Ich weinte und lachte zugleich. Ich hatte mein Utensil direkt vor meinem Auto verloren und der Finder hat es wohl kurz danach entdeckt, weil er nachts zur Arbeit musste. Ich sahr ihn an und er war so ein schöner Mann mit seinen freundlichen Lachfalten im Gesicht. Ein richtiger Held und mir war, dass ihm der Umhang eines Königs gestanden hätte, so edel kam er mir vor! Schönheit liegt tatsächlich immer im Auge des Betrachters !
Er wollte nicht einmal die angebotenen zehn Euro, die ich ihm aber doch im Schwung meines riesigen Glückes aufdrängte. Sprudelnd erzählte er mir die Geschichte des Findens und ich nahm jedes Wort seiner Ausführungen wie die von einer ausgezeichneten Erzählung auf.
Da stand es, mein Glück und Antwort auf meine Gebete.
Manchmal bedarf ein großes Glück zuerst ein großes Unglück, um geschätzt zu werden!

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Mittwoch, 27. Juni 2012
Umzugsepisoden
Umzug ist nichts, was man sich wünscht und gern erledigt. Aber wenn man nicht gerade ein Rittergut oder Gutshaus geerbt hat und darin wohnen bleiben darf, trifft es die meisten Leute hier und da einmal. Doch trotz des Stresses und der elenden Schlepperei gibt es auch manchmal ganz nette Kleinigkeiten, die den trüben Tag auf ein Schlüsselloch erhellen, wie zum Beispiel diese klitzekleine Episode aus dem Erlebnisschatz einer meiner Töchter.
Drei Etagen waren nun nicht gerade eine Kleinigkeit und der Abend war endlich erreicht. Eine riesige Pizza für gefühlte zweitausend missmutige Helferlein rettete gerade noch so die Stimmung und ließ alle nach und nach zu Hause in einen wohlwollenden Schlaf hinübergleiten. Mein Jüngstes hatte sich vorgenommen, trotz des entstandenen Chaos‘ in ihrem Zimmer der neuen Wohnung zu schlafen. Sie wollte die Erste sein! Nun gut! Mir war das zu viel und ich zog es vor, in der alten Heimat todmüde ins Bett zu fallen. Keinen Schritt hätten mich noch dazu gebracht, die drei Etagen hochzulaufen. In der neuen Wohnung waren weder Lampen noch Vorhänge installiert und alles hier wie auch dort war ein einziges Improvisorium. Da zog ich doch lieber das Bekannte vor!
Sie hatte sich das Bett tatsächlich noch aufgebaut und alles soweit fertig gestellt, dass es eine erholsame Nacht werden konnte. Ein Foto per Handy gesandt überzeugte und beruhigte mich. Eingemummelt und mit vielen Erwartungen an die kommenden Träume war sie gerade dabei, einzuschlafen. Absolute Stille überall. Bis auf ihr Zimmer war nichts eingerichtet und weder Fernseher noch andere Medien standen zur Verfügung, um ein wenig Kurzweil zu erhalten. Das einzige Vergnügen sollte ein langer Schlaf werden, wenn nicht dieser Vorfall gewesen wäre…..
Da lag sie nun und war gerade am Hinübergleiten in die seligen Träume, als es plötzlich knisterte. Irritiert riss sie die Augen auf und war sofort wieder hellwach! Mäuse? Hier? Nicht vorstellbar! Es folgte sofort ein weiteres Knistern und darauf gefror ihr beinahe das Blut in den Adern! Aus der Zimmerecke kam ein leises , etwas quäkendes Kinderstimmchen, welches fragte:
„Du mich haben lieb?“ Schluck! Arrrrgh!
Nun standen ihr vor Schreck auch noch die Haare zu Berge und sie verschwand sicherheitshalber unter der Decke.
„Uäääääh!“ meldete es sich weinerlich nach einer kurzen Weile noch einmal. Grauenvoll!
Nach weiteren Minuten des Überlegens, woher und von wem die Stimme des Eindringlings wohl sein könne, fiel es ihr plötzlich und Gott sei Dank ein! Sie fing erleichtert an zu lachen und der Schreck fiel von ihr ab. Nun konnte sie beruhigt schlafen!
Das geheimnisvolle Schwätzerlein war nichts anderes als ihr „Furby“, der sich aus doch tatsächlich aus dem großen Transportsack heraus gemeldet hatte.
Furby! Der kleine Kobold aus ihren Kindertagen! An den hatte sie schon lange nicht mehr gedacht und er wurde Tage zuvor nachlässig und ohne große Beachtung in den Sack geworfen. Das schien ihm nun überhaupt nicht zu gefallen. Er machte sich kurzerhand bemerkbar und hatte es geschafft, sie beinahe zu Tode zu erschrecken. Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt werden können, um die größtmögliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Er hatte sein Ziel erreicht, weil er wahrscheinlich einfach nicht mehr allein sein wollte. Wie konnte sie ihn denn auch nur vergessen?
Wie auch immer der Schalter betätigt wurde, damit er sprechen kann, wird sich niemand sicher erklären können, doch mein Kind war in der neuen Wohnung wirklich nicht mehr allein!
Es lebe Furby!

Wer kennt diese „Furby“ - Generation noch und weiß, was das ist?

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Dienstag, 5. Juni 2012
Verkehrsgefährdung
Schadenfreude ist unmoralisch und auch nur schön, wenn man selbst nicht das Opfer derselben ist. Doch ich kann nicht umhin, mich manchmal dieser Sünde zu ergeben. So wie auch heute endlich einmal, auf meinem täglichen, ziemlich langweiligen Weg auf den überfüllten Straßen von Berlin.
Vor mir fuhr ein Polizeiauto und ich musste mein Fahrverhalten von Renntechnik auf „vorbildlicher Verkehrsteilnehmer“ herunterschrauben. Eigentlich war es eher schon behindernd, in diesem Schleichtempo vorwärts kommen zu wollen, denn ich musste Schnitt 47km/h fahren. Und das in Berlin! Wo jeder grundsätzlich bei Möglichkeit 60 km/h fährt, weil ihn die permanent roten Ampeln überall ausbremsen. In Berlin kann es gut sein, dass ich für 20 km eineinhalb Stunden brauche, die ich für 167 km ins Outback benötige! Schlimm! Hoffentlich sahen die Fahrer der sich hinter mir bildenden Schlange, dass ich nicht schuld war. Berliner Fahrer können böse werden und ich will nicht das Opfer ihrer Wut werden…. Ab und zu fuhr ich ein wenig zur Seite, damit man das Polizeiauto sah und nicht mich verdächtigte, die notorische Schleiche zu sein. Der einzige Vorteil, wenn man genug Zeit zur Verfügung hat, ist, dass man bei diesem langsamen Tempo alles wesentlich genauer beobachten und betrachten kann, fast schon in Gemütlichkeit. Man darf nur keinen Termin haben und schon im Zeitdruck sein, denn dann bringt man seine Zeit damit zu, ins Lenkrad zu beißen!
Ich sah also Geschäfte, die ich noch nicht kannte, obwohl ich jeden Tag vorbeifuhr, Ordnungshüter, die ich kannte und welche wieder auf der Pirsch waren und…. eben die hinter mir herfahrenden Opfer des Schneckentempos. Mein direkter Hintermann bog bei der nächsten Kreuzung ab. Scheinbar hatte er die Schnauze voll. Mein Blick fiel daraufhin sofort auf eine unglaubliche Vorstellung eines sicher nagelneuen kleinen VW-irgendwas hinter mir. So etwas hatte ich noch nicht gesehen und ich bemühte meinen Rückspiegel, um das genauer zu betrachten. Zuerst fielen mir nur die pinkfarbenen LEDs in den Scheinwerfern auf. Pinkfarbene LEDs! Wie ein Lidstrich! Dann die darüber geklebten Kunstwimpern, die Augenbrauen und die Gesamtfarbe des Autos. Es war wie ein Regenbogen und musste eine Sonderanfertigung sein, und, wenn mich nicht alles täuschte, konnten die Augen auch noch klimpern. Zumindest hatte ich fast den Eindruck. Dieses Auto lächelte mit einem echten Gesicht und verführerischen Augen!! Langsam kam es näher und ich konnte erkennen, dass die Fahrerin eine sehr junge Frau war, fast im Alter meiner Töchter und sie war ähnlich auffällig geschminkt wie ihr Auto. So hatte sie das niemals von der Fabrik bekommen, aber es war perfekt nachgerüstet. Eine lebende Karikatur auf der Straße! Und, hatte sich ihr Style dem Auto angepasst oder war es umgekehrt? Das Auto sah unglaublich professionell aus. Und sie wie eine Professionelle!
Aber ich will auch so eins! Ich schminke mich dann aber nicht so!Die Modetrends gehen immer weiter und man passt sich heutzutage wahrscheinlich seinem Auto an oder das Auto muss zur Handtasche oder zum geschminkten Gesicht passen. Naja, jedem Tierchen sein Plesierchen… ich fände es für mich lustig, aber mein Vorruheständler würde sich sicher schämen. Schade!
Ich konnte meine Augen kaum vom Rückspiegel wenden, denn so ein Auto würde ich sicher so schnell nicht wieder sehen, denn es hatte kein Berliner Nummernschild. Es war ein echter "Eyecatcher" (im wahrsten Sinne des Wortes) und eine kleine Auflockerung im schnöden Verkehr. Das fanden auch die Ordnungshüter, die sich mittlerweile auf unserer Höhe befanden, denn auch sie waren auf das seltsame glitzernde und bunte Gefährt samt Fahrerin aufmerksam geworden. Und beide schauten sie hinterher, liefen aber gestikulieren und lachend weiter, bis es dann leider nicht mehr ging. Einer der legalen Straßenräuber der modernen Art wurde jäh in seinem Gang und Aufmerksamkeit böswillig beraubt. Ein Laternenpfahl wich ihm einfach nicht aus Ehrfurcht zur Seite und nun war der Schwung des Schwarzgekleideten so groß, dass er sogar hinfiel und sich schmerzvoll en Kopf rieb. Kino am Morgen! Besonders beliebt sind diese Autoflüsterer ja nicht gerade und er tat mir auch leid, aber ich musste richtig laut lachen und schaute auch weiterhin zurück, damit ich ja nichts verpasse. Das passierte alles während ich weiterhin fuhr und ich passte nicht richtig auf, sodass ich beinahe meinem Vordermann auf die Stoßstange gefahren wäre, weil der gerade bremste. Schreck!!! Nichts passiert!
Ob der gute Orndnugshüter jetzt dem Pfahl ein Knöllchen geschrieben, aus Wut nun noch mehr Autofahrer denunziert oder vielleicht für heute aufgegeben hat, weiß ich leider nicht, wüsste ich aber sicher gern.
Dank dir, Pinklady im gleichen Gefährt, für die schöne Aufmunterung.
Solche Autos müsste man verbieten, sie sind eine Verkehrsgefährdung! ;)))

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Samstag, 2. Juni 2012
Es lebe der grässliche Alltag oder „Es lebe die Frau!!“
Piep, piep, piep!! Nein, nicht schon wieder!!! Zum 47. Mal laufe ich die siebzehn Stufen zu meiner klagend fiependen Waschmaschine. Und es steht auf der elektronischen Anzeige „Fehler 17.“ Ich hätte nicht übel Lust, das Ding zu zerkloppen, vor Wut, denn ich weiß immer noch nicht, was der verdammte „Fehler 17“ bedeutet. Ich habe die Waschmaschine gebraucht gekauft und das leider ohne Bedienungsanleitung! Meine naive Vorstellung von ehrlichen Leuten ist nun noch mehr geschrumpft. Die Frage nach dem Internet und dass man da für alle Probleme eine Lösung findet, hat sich bei mir nicht bewahrheitet. Es lastet wahrscheinlich ein Fluch auf mir, dass die Ratschläge, die ich anderen geben, bei mir selbst nichts bringen. Ich darf das gar niemanden sagen, sonst leidet vielleicht mein hart erkämpfter Status als der ollen Weisen darunter! „Tja, schadet dir gar nix, wenn du mal wieder an der falschen Stelle sparst“, grummelt dafür gnadenlos mein Unterbewusstsein. Omi Gretchen, meine persönliche, leider verstorbene Weise, sagte ja immer: „Wenn du billig kaufst, kaufst du teuer!“ Habe ich als Kind nie so richtig verstanden, heute weiß ich, was sie damit sagen wollte. Nun ja, ich habe mir zumindest ein neueres Modell der Firma Bosch zugelegt mit guten Effizienzen. Trotzdem, es ist ein gebrauchtes Stück ohne Garantie. Gekauft wie gesehen! Wenn aber das Geld für Qualitätsgarantien fehlt, nimmt man, was man sich leisten kann. Und das war nicht viel und reichte gerade so für dieses Stück Haushaltserleichterung. Zumindest sollte das eine sein. Die Maschine lief anfangs auch noch leidlich, sah gut aus, aber das Waschergebnis war eher bescheiden, trotz guter Bewertungen und lief echt lange. Zurückbringen oder Garantieanmelden ging nicht! Arme Menschen haben oft Fehlinvestitionen, so ist das eben. Wo Tauben sind, da fliegen Tauben zu! So ist das auch mit dem Geld. Leider!
Das Waschen zähle ich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, ist aber bei meinen vielen Töchtern zwingend notwendig. Ich schiebe es so lange wie möglich auf, aber das geht nur so weit gut, bis keine Unterwäsche und Oberbekleidung mehr übrig ist, die man seinen Schwestern klauen kann. Und keiner der Stolzen kommt auf die Idee, die Waschmaschine anzuwerfen. Früher musste man am Fluss auf Steinen waschen und wäre froh gewesen, diese Arbeit einem Automaten überlassen zu können. Heute ist sogar ein Automat zu anstrengend. Wo wird das nur enden??? Also sammle ich wieder einmal bergeweise die verstreuten Inhalte der diversen Kleiderschränke auf, die meinen Kindern gehören. Eine undankbare Aufgabe, denn manchmal finde ich nicht wenige ungetragene Sachen, sogar noch gefaltet, aber durch den Staub vom Fußboden völlig verdreckt, wieder. Alles Toben und Erziehungsmaßnahmen waren bis jetzt vergebens. Ich hielt mich immer für eine tolle Mutter. Wo die Spur anfängt, aus dem Ruder zu laufen, finde ich partout nicht, egal wie ich mich auch anstrenge. Aber bald ist damit Schluss. Sie ziehen aus, heureka!!! Und jede in eine eigene Wohnung. Meine Freude könnte nicht größer sein! Von wegen, dass ich dann in ein beschäftigungsloses Loch falle! Im Gegenteil, ich steige endlich aus meinem Identitäsloch, so groß wie der Bodensee, heraus. Aber das wollte ich gar nicht erzählen. Hier geht es um einen Sch….Alltag, der uns Frauen ständig hier und da begegnet.
Was sollte ich machen? Die Wäsche türmte sich mal wieder und die Maschine lief einfach nicht. Nun legte ich mich auf die Lauer! Ich schaltete die Maschine wieder ein und nach endloser Dauer und Schalterei kam ich drauf, was wohl die Ursache sein könnte. Ich baute den Wasserzufluss ab und prüfte den Wasserhahn. Da kam überhaupt kein Wasser raus, und wenn, dann nur noch tröpfchenweise! Das konnte doch nicht wahr sein! Egal, wie ich auch den Hahn drehte, es tat sich nichts. Wie war dann die Wäsche überhaupt so nass geworden? Ganz sicher über die Ursache war ich mir trotzdem immer noch nicht, aber ich wollte auch nichts mehr dem Zufall überlassen. Also versuchte ich erst vorsichtig die Quetschverbindung zu lösen, was sich längere Zeit als unmöglich entpuppte und dann nach einigen Fehlschlägen wurde ich gewalttätig. Zwei Rohrzangen und eine Viertelstunde brauchte ich, um dem kleinen Mini-Rohr den Garaus zu machen. Danach war die Wasserleitung zum Waschbecken unbrauchbar geworden. Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne, ist doch so, oder? Endlich hatte ich den Wasserhahn ohne einen weiteren Bruch ab. Ich musste mich umziehen, denn in einer Schlafanzughose konnte ich kaum zum Baumarkt fahren. Da alles in der Wäsche war, blieb mir nur noch ein gutes Kleid und ein einziges Paar Schuhe, die ich zum Einkaufen anziehen konnte. Ich zog mich um und war ein wenig overdressed, zumindest für diesen Anlass im Baumarkt. Ach was!
Ich kam dort an und stolzierte sofort zielstrebig in die heiligen Hallen der Handwerker. Meinem Aussehen nach musste ich als merkwürdige Erscheinung gelten, aber ich hielt in der Hand den abgebauten Hahn und lief aufrecht, schnell und anscheinend geübt zu den Badarmaturen. Ich suchte in der großen Vielfalt eine Weile, und leider glich nichts dem gesuchten Wasserhahn , welchen ich gerade heute brauchte. Außerdem waren die Verpackungen geschlossen und die Bezeichnungen von den Zollgrößen waren eher nicht hilfreich, denn ich hatte keine Ahnung davon. Nachdem ich eine Weile ziemlich laut mit den Absätzen klackernd hin und her lief, stieg die Ungeduld und eine kaum bezähmbare Wut in mir hoch. War da nicht im Fernsehen immer diese Werbung, dass alle Mitarbeiter sich rasend gern um die potentiellen Kunden bemühen, ja beinahe ihnen die Wünsche von dem Lippen ablesen würden? Hier merkte ich überhaupt nichts davon. Meine lautes Klackern der sehr hohen und feinen Absätze verhallten in den mitarbeiterleeren Raum ohne Wirkung. Verdammt! Ich hatte nicht vor, hier sinnlos herumzustehen! Vor allem wen wusste ich die mitleidigen Augen der vorbeistreifenden Männer auf mir. Also ging ich zielsicher wieder zurück zum Eingang des Marktes, wo ich die Information wähnte. Gerade kam eine genervte Gleichaltrige herein und fragte mich etwas lallend und eher unwirsch ob der Störung, was denn mein Begehr wäre. Ich schilderte es ihr kurz in einem Satz und bekam Antwort: „Gehen Sie wieder zurück zu den Ständen in der Badabteilung, ich rufe an und schicke Ihnen einen Mitarbeiter. Vermutlich war ich an dem falschen Schalter der Abteilung, denn es umgab mich weiterhin geschlagene zehn Minuten eine gähnende Leere. Langsam wuchs mein Groll. Die ließen mich doch hier echt auflaufen! Nicht mit mir! Also nahm ich meine Absätze und klackerte nun noch etwas lauter in dem fast menschenleeren Geschäft umher. Es begegneten mir nur Männer mit Bauanzügen oder Anzügen, die mich neugierig musterten. Da ich meinen Rundgang wie ein Tiger in der Manege gestaltete, sah ich sie immer wieder in verschiedenen Regalhöhen. Ich spürte ihre Blicke immer deutlicher und ihre Fragen, was denn eine Frau wie ich hier zu suchen hätte. Das brachte mich dazu, mein Kinn trotzig noch ein wenig höher zu recken und so wissend wie möglich zu tun. Doch es half alles nichts! Also fing ich an, die scheinbar versteckten Mitarbeiter ausfindig zu machen und nach einiger Zeit fand ich auch zwei Exemplare im trauten Familiengespräch ganz hinten in der Isolationsabteilung, wohin sich bis dahin noch kein Kunde verirrt hatte. Ich stellte mich demonstrativ ganz nah vor sie hin und lauschte anscheinend begierig ihrem Gespräch. Wahrscheinlich störte es sie nun doch ein wenig, denn der Kleinere der Beiden, ein bisschen Verwachsenere, sprach mich mit einem Unterton von verhaltener Wut an, ob er mir helfen könne. Aber klar!!! Ich verlegte meine Stimme auf die Höhe einer rastlosen, aber kompetenten Geschäftsfrau auf eine Nuance nach unten und schilderte ihm zum zweiten Mal mein Anliegen. Er schien sich zu überlegen, ob er es für nötig halten solle, diesem Dämchen wirklich Auskunft zu erteilen oder einfach zu sagen: „Ham wir nich!“ Er entschied sich nach meinen gehobenen Augenbrauen und leicht drohendem Blick für das Erstere. Als folgerichtige Aktion lief er nun vor mir her zu den Armaturen und griff zielsicher in das Regal, welches ich in der ersten Minute meines Aufenthaltes durchforstet hatte. Auch hielt er gleich danach meine Schachtel in der Hand, die ich auch schon mit meinen Finderabdrücken besudelt hatte. „Das ist das Richtige!“, meinte er, obwohl ich daran genauso viele Zweifel hatte wie vorher. „Wir machen gern die Schachtel auf!“, versicherte er schnell hinterher, da er meinen Skeptischen Blick registrierte und fuchtelte mit dem Wasserhahn vor mir herum. „Sie sind sicher, dass der der Richtige ist?“, antwortete ich ihm. „Aber ja doch!“, bestätigte er fast beleidigt das Ganze noch einmal genervt. „Nun, dann brauche ich noch eine Verlängerung von der Quetschverbindung zum Zulauf!“, wagte ich einen weiteren Vorstoß in Richtung Kompetenz. Nun gesellte sich ein zweites männliches Exemplar, getarnt als Kunde einer älteren Generation, unserem Gespräch zu. „Naja, da sollten Sie mir die Maße sagen, denn es gibt mehrere Größen davon!“ Lauernd schaute mich der Verkäufer an und dachte sich wahrscheinlich: „Na, der Tussi wird ich es zeigen!“ Jee sichtbare Körperzelle schrie das aus ihm heraus. Ein unerwarteter Schwall eines furchtbaren Schweißgeruches stach mir plötzlich in die Nase. Es konnte nur vom Verkäufer kommen. Jetzt sank er nun in ein imaginäres Achtungsloch, vor dem er die ganze Zeit schon drohte, hinein zu rutschen. Nun mischte sich auch der neugierige Kunde ein und gab sein ungebetenes Wissen zum Besten. „Sie müssen das hierhin und dorthin verbinden und dann dort und da hineinstecken, värrrrstähen Sie????“ Freundlich und blöde lächelnd starrte er mich von unten herauf an. Er hatte genauso eine Zwerggröße wie dieser Baumarktberater. Ich fühlte mich missverstanden, wurde langsam ungehalten und zwischen den Beiden wirkte ich riesig. Daraufhin erklärte ich den Beiden ziemlich fachmännisch, dass ich dies und das wisse und erstaunte sie garantiert über meine Fragen, die sie mir letztendlich nicht richtig beantworten konnten. Einzig die Tatsache, dass ich die Durchmessermaße meiner Quetschverbindung nicht parat hatte, ließ mich ein wenig vor ihnen meinen Vorsprung verlieren. Sehr freudig kam die Antwort: „Dann sehen wir uns ja noch einmal, aber bauen Sie erst einmal den Hahn an und sehen, ob das Stück dann passt! Frei nach der Vorstellung, dass ich damit wohl eine Woche zu tun hätte und sie winkten mir erfolgserwartend hinterher. Ich fuhr wütend nach Hause. Dort machte ich mich gleich daran, den gekauften Hahn anzubauen. Und was war das Ergebnis? Man hatte mir eine zu kleine Zollstärke für die Wandverbindung gegeben!! Ihr elenden Quaksalber!!Da ich die Verpackung nicht geöffnet und mich auf ihre Zuversicht verlassen hatte, war ich komplett umsonst in den Baumarkt gefahren und hatte mich durch einen Baustellenstau gequält. Es nutzte nichts, ich musste wieder an den Ort des Grauens zurück. Dort fand ich wie durch ein Wunder eine Mitarbeiterin, die innerhalb von zwei Minuten alles richtig verstand und nun den gesuchten Artikel richtig herausgab und zweitens mir richtig erklärte, worauf ich achten solle, um auch bei den sich ergebenden Problemen voraussichtich eine Pannenhilfe versprach. Ich verließ den Laden mit dem richtigen Gepäck. Zu Hause angekommen, baute ich unter erschwerten Bedingungen alles fachgerecht an und seitdem läuft die angeblich schlechte Maschine so, wie es der Aufkleber, der immer noch an der Front klebt, verspricht!! Ein simpler Hahn!! Wegen ihm ist mir also meine Vorgängerin von Waschmaschine zerstört worden und hätte beinahe auch diese Maschine auf den Schrott gefahren. Während ich diese Zeilen schreibe, trocknet die gerade gewaschene Wäsche, Ladung Nummer sieben, in meinem treuen Trockner.
Meine Töchter sind ausgeflogen und morgen früh liegt die Wäsche sauber gefaltet, für den Fußboden, für einen Berg nichtgewaschener Wäsche bereit, um sich wieder mit ihm zu vermischen. Vielleicht schafft es die Hälfte der gewaschenen Klamottenauf ihren Körper, der Rest geht mit Sicherheit den bekannten Weg!
Gute Nacht!

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